Nasrudin & die Sieben Weisen

Die Philosophen, Forscher und Rechtsgelehrten waren an den Hof berufen, um über Nasrudin zu Gericht zu sitzen. Es handelte sich um einen ernsten Fall, denn er war von Dorf zu Dorf gewandert und hatte verkündet: „Die sogenannten weisen seien allzumal Schwätzer, unwissend & Wirrköpfe.“Er war angeklagt, die Sicherheit des Reiches zu untergraben.

„Das erste Wort gebührt dem Angeklagten“, sagte der König.
„laßt Papier & Federn bringen“, bat Nasrudin „verteilt sie unter die sieben größten Weisen, und laßt jeden für sich eine Antwort auf die folgende Frage niederschreiben: > Was ist Brot?< “Und so geschah es. Schließlich nahm der König die Schriftstücke in Empfang und las laut vor:

Der erste hatte geschrieben: „Brot ist ein Nahrungsmittel.“
Der zweite: „Es ist Mehl und Wasser.“
Der dritte: „Ein Geschenk Gottes.“
Der vierte: „Gebackener Teig.“
Der fünfte: „Unterschiedlich, je nachdem, wie man Brot definiert.“
Der sechste: „Eine nahrhafte Substanz.“
Der siebte: „Niemand weiß es wirklich.“

Nach der Verlesung wandte sich Nasrudin zum König und sagte: „Wenn jene sogenannten Gelehrten eines Tages entdecken, was Brot ist, werden sie auch in der Lage sein, andere Dinge zu erkennen, Zum Beispiel, ob ich recht habe oder nicht. Könnt ihr Angelegenheiten, in denen es um Recht und Unrecht geht, solchen Männern anvertrauen ? Ist es nicht eigenartig, dass sie sich nicht einmal einig sind über etwas, das sie Tag für Tag essen ? Einmütig jedoch fällen sie das Urteil, ich würde die Sicherheit des Reiches untergraben?!“

The Mother (Mira Alfassa) plays organ

Der Weg ist nicht weit von dir zum Freund: Du selbst bist der Weg – so mach dich dazu auf !

Rumi acknowledged Hakim Sanai and Attar as his two primary inspirations, saying, 'Attar is the soul and Sanai its two eyes, I came after Sanai and Attar.' Sanai wrote an enormous quantity of mystical verse, of which The Walled Garden of Truth or The Hadiqat al Haqiqa is his master work and the first Persian mystical epic of Sufism. 





"Wie willst du ihn jemals erkennen,solange du unfähig bist,dich selbst zu erkennen ?"

"Gib dich ganz, mit Haut und Haaren, der Suche hin. Wenn du aber das Meer erreichst, sprich nicht mehr vom Fluss."

"Der reine Mensch vereint zwei in einem,der Liebende vereint drei in einem."

"Wenn er dich in seine Gegenwart einlässt,frage ihn nach nichts anderem als nach ihm selbst."

"Wie kann einer trauern, der Dich besitzt; wie einer erblühen, der Deiner ermangelt ?"

"Wenn ich Dich besitze, bin ich eine Münze aus purem Gold; aber wenn Du fehlst, bin ich nichts als das Wimmern eines Mühlrades."

"Wenn du mit dem Freund die Stufe von Lächeln und Küssen erreicht hast,dann zähle sein Gift als Honig und seine Dornen als Blume."

"Der Kopf hat zwei Ohren; die Liebe hat nur eines.Dieses hört Gewissheit, während jene nur Zweifel vernehmen."

"Er heilt unsere Natur von innen, und ist freundlicher zu uns als wir uns selbst gegenüber. Eine Mutter liebt ihr Kind nicht mit halb so viel Liebe, mit der er uns beschenkt. Seine Güte macht die Wertlosen wertvoll; und zum Ausgleich ist er zufrieden mit der Dankbarkeit und Geduld seiner Diener."

"Dein Vertrauen ist brüchig,und doch vertraut er dir voll: er ist treuer zu dir als du dir selbst gegenüber."

"Schmelze dich herunter bei dieser Suche: setze dein Leben und deine Seele aufs Spiel auf dem Pfad zur Echtheit; strebe danach, von der Nichtigkeit zum Sein zu gelangen und mache dich betrunken mit dem Wein der Göttlichkeit."

"Hoffnung und Furcht vertreiben das Glück vor deiner Tür; laß ab von dir, und sie werden nicht mehr sein."

"Dein Intellekt ist bloß ein Flickwerk von Vermutungen und Gedanken,die mißgestaltet über die Erde humpeln. Wo immer sie sind, da ist er nicht; sie sind enthalten in seiner Schöpfung. Der Mensch und sein Verstand sind bloß die zuletzt reifenden Früchte in seinem Garten. Was immer du als seine Natur festlegst, bestätigt nur, wie fern Du vom Kern abirrst wie ein Blinder, der das Aussehen seiner eigenen Mutter zu beschreiben versucht. Während die Vernunft noch dem Geheimnis nachzuspüren versucht, beschließt du deine Suche auf dem offenen Feld der Liebe."

"Hast du niemals gesehen, wie ein Kindermädchen ein Kind in dessen ersten Lebenstagen behandelt: es einmal im Schmutz liegen läßt und ein andermal liebevoll an die Brust nimmt; es einmal schilt und ein andermal hätschelt; es einmal wegschiebt und sich ein andermal darum kümmert? Einen Fremden, der das mit anschaut, mag das erzürnen:"Sie sorgt nicht für das Kind", seufzt er. Wie kann er wissen, daß ihr Verhalten richtig ist, und daß sie tun muß, was sie zu tun hat?"

"Dieser Freund da ist eine Schlange: warum klopfst du an seiner Türe? Diese Schlange ist dein Freund: weshalb flüchtest du vor ihr? "

"Einmal eins ist eins, nicht mehr, nicht weniger; Fehler beginnt mit Dualität; die Einheit kennt keine Fehler."

* Hakim Sanai († 1131)

Oh Bruder!

"Oh Bruder! Als ich vergesslich war, zeigte mir mein wahrer Lehrer den Weg. Ich ließ alle Riten und Feierlichkeiten hinter mir und badete nicht mehr im heiligen Wasser. Ich lernte, dass ich allein es war, der wahnsinnig und verrückt war, die ganze Welt um mich herum aber vernünftig und gesund und ich diese weisen Menschen nur gestört hatte. Von da an wusste ich, dass ich mich nicht mehr im Nebel der Ehrerbietung und Verbeugung zu wälzen brauchte: Ich läutete die Glocke im Tempel nicht mehr, ich setzte kein Götzenbild mehr auf den Thron, ich verehrte das Götzenbild nicht mehr mit Blumen. Es ist nicht die einfache Lebensweise, die das Fleisch kasteit, um den Herrn zu erfreuen. Wenn du deine Kleider ablegst und deine Sinne abtötest, wirst du den Herrn nicht erfreuen. Der Mensch, der gütig und freundlich ist, der Rechtschaffenheit praktiziert, der passiv bleibt inmitten der weltlichen Angelegenheiten, der alle Kreaturen der Erde als sein eigenes Selbst ansieht, der erlangt das unsterbliche Sein und der wahre Gott ist immer mit ihm. Kabîr sagt: "Der erlangt den wahren Namen, dessen Worte rein sind und der frei ist von Stolz und Dünkel."

 "Wiederhole, "Du, Du", Ich bin geworden, wie Du. Nichts von mir verbleibt in meinem Selbst. Wenn der Unterschied zwischen meinem Selbst und anderen entfernt ist, dann - wohin ich auch schaue, sehe ich nur Dich."

 *Kabir (Hindi, कबीर, * 1440; † 1518) 

http://www.doormann.org/kabir 

Franziskus und der Wolf

Ein großer Wolf verbreitete einst Angst und Schrecken in den Wäldern und Feldern um die Stadt Gubbio, sodaß die Leute es nicht mehr wagten, die Straßen zu benutzen. Denn das Untier tötete nich nur Tiere, sondern auch Menschen. Schließlich entschloß sich der heilige Franziskus, das erscheckende Geschöpf aufzusuchen. Begleitet von vielen Männern und Frauen, die ihm in sicherem Abstand folgten, ging er aus der Stadt. Als er in die Nähe des Waldes kam, sprang ihn der Wolf plötzlich mit weit geöffnetem Rachen an. Franziskus machte jedoch nur ruhig ein Zeichen, und der Wolf legte sich ihm friedlich wie ein Lamm zu Füßen.

"Bruder Wolf", sprach der heilige Franziskus zu ihm, "du hast viel Schaden in diesem Land angerichtet, und du verdienst den Tod wie ein Mörder. Alle Menschen hassen dich. Ich aber würde gerne zwischen dir und meinen Freunden in Gubbio Frieden stiften." Der Wolf senkte seinen Kopf und wedelte mit dem Schwanz. "Bruder Wolf", fuhr Franziskus fort, "ich verspreche dir folgendes: Wenn du mit diesen Leuten Frieden hältst, werden sie freundlich zu dir sein und dich jeden Tag füttern. Wirst du nun also versprechen, ihnen kein Leid mehr anzutun?"

Der Wolf senkte den Kopf sehr tief und legte seine rechte Pfote in die Hand des Heiligen. Auf diese Weise schlossen sie in gegenseitigem Vertrauen einen Pakt miteinander. Dann führte Franziskus den Wolf auf den Marktplatz von Gubbio und wiederholte vor den versammelten Bewohnern, was er eben mit dem Wolf vereinbart hatte, und wieder legte der Wolf seine Pfote in die Hand des Heiligen, zum Zeichen seines guten Benehmens in der Zukunft. Der Wolf lebte noch zwei Jahre in der Stadt und tat nie wieder jemandem ein Leid an. Jeden Tag brachten ihm die Dorfleute sein Futter, und als er dann starb, trauerten alle um ihn.

Wie böse der Wolf auch immer geschienen haben mag, in Wahrheit war eine gute Seite in ihm verborgen, die niemand erkannt hatte, solange, bis der Heilige ihn "Bruder" nannte. In dieser Legende stellt der Wolf zweifellos einen großen Missetäter dar, der von den anderen tief gehaßt wurde. Damit soll gezeigt werden, daß sogar in jenen, die hoffnungslos verloren scheinen, immer noch ein Samen des Guten steckt, der mit ein wenig Liebe zum Sprießen gebracht werden kann.

*Mira Alfassa, Die Mutter, (*1878 -1973)

Mein Meister pflegte zu sagen...

 Mein Meister (Sri Ramakrishna) pflegte zu sagen:“Warum bringst du nicht deinen eigenen Lotos zum Blühen? Die Bienen werden dann von selbst kommen.” Die Welt braucht Menschen, die verrückt sind vor Liebe zu Gott.

*Swami Vivekananda (1863 – 1902)

Herr im eigenen Haus

Es ist der im Geiste erleuchtete Wille, der den Körper führen, nicht der Körper, der dem Geiste seinen Willen aufzwingen sollte.

*Mira Alfassa, Die Mutter, (*1878 -1973)  


Unlöschbarer Durst

Und was ist Furcht vor Mangel, wenn nicht der Mangel selbst? Ist nicht Angst vor Durst, selbst wenn euer Brunnen voll ist, der eigentliche, unlöschbare Durst?  

*Khalil Gibran

Schweigen ist der Zustand des Wesens, wenn es auf das Göttliche horcht. *Mira Alfassa


perfection advice..

 

Good God, give me perfection-advice.
I am all ears, and even all willingness-heart.

*Composed by Sri Chinmoy on February 23, 1989
performed by: Sahadeva


Die Fülle des Lebens liegt im Träumen und im Verwirklichen des unmöglichen Traums.

Wenn wir im Leben erfolgreich sein wollen, müssen wir all unsere Träume sofort in die Tat umsetzen.

Wenn du dich traust, Fehlschläge zu riskieren wirst du unweigerlich Erfolg haben.

*Sri Chinmoy

Der Falter sprach zur Kerze

"Der Falter sprach zur Kerze: "Wirst du wohl meine Geliebte sein ?" Sie sprach: " Wenn du qualvoll von mir verzehrt worden bist! Geh mitten ins Feuer hinein und verbrenne ganz und gar, wenn du in meinem Schoß sein willst!"

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"Als die Kerze dem Falter ihre Schönheit darbot, kam der Falter schnell herbei aus Sehnsucht nach ihr. Die Kerze sprach zu ihm: "Was ist geschehen?" Er sprach: "Ich bin gekommen, um ganz und gar Du zu sein, doch kann es nicht!"

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"Jedes Herz, mannhaft in der Liebe zum Geliebten, verbrennt sich selbst wie ein Falter. Wielang noch diese Vorwände ? Verbrenne wie der Falter! In der Liebe Vorwände zu suchen, ist eitles Geschwätz."

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"Die Menschen sind wie drei Falter vor einer Kerzenflamme. Der erste ging nahe heran und sagte: "Ich weiß Bescheid über die Liebe." Der zweite streifte die Flamme mit seinen Flügeln und sagte: "Ich weiß wie sehr die Flamme der Liebe brennt." Der dritte warf sich mitten in die Flamme und wurde verzehrt. Nur er weiß, was die Liebe ist."

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Ich sprach: "Herz und Seele gab ich für dich hin. Alles was ich besaß, ich gab es für dich hin." Er sagte: "Wer bist du, daß du das tust oder auch nicht ? Denn Ich war der, der dich ruhelos nach mir machte."

*Fariduddin Attar  (1136 - 1220)

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„Der Fisch kann im Wasser nicht ertrinken, der Vogel in den Lüften nicht versinken. Das Gold ist im Feuer nie vergangen, denn es wird dort Klarheit und leuchtenden Glanz empfangen. Gott hat allen Kreaturen das gegeben, dass sie ihrer Natur gemäß leben. Wie könnte ich denn meiner Natur widerstehen? Ich muss von allen Dingen weg zu Gott hingehen, der mein Vater ist von Natur, mein Bruder nach seiner Menschheit, mein Bräutigam von Minnen, und ich die Seine ohne Beginnen. Meint ihr, ich würde diese Natur nicht fühlen? Gott kann beides: kräftig brennen und tröstlich kühlen!”

*Mechthild von Magdeburg (aus: "Das fließende Licht der Gottheit")

O, come..

O, come and sing with me,
I shall give you my love
And all my beauty free.
O, come and dance with me,
I shall give you my breath
And my life of nectar-sea.
O, come and cry with me,
Cry with me,
Cry with me.
O Beloved, O Lover sweet,
We shall shine, we shall shine
Through Eternity! *Sri Chinmoy
http://www.radiosrichinmoy.org/12406/new-york-sri-chinmoy-students-april-2012-2/ 


“Let me play with God before I forget.
Let me cry with the poor earth before I forget.
Let me fly with my flying soul before I forget.
Let me become Heaven-Light and earth-pride before I forget.”
*Sri Chinmoy
http://www.radiosrichinmoy.org/11795/all-local-ny-sri-chinmoy-students-performance-august-2013/ 

The Mother - Mira Alfassa - talks about Surrender

Die Korrektur

...Wir müssen uns anstrengen, um Einheit und Verbindung zu erlangen. Das wesentliche Ego, das korrigiert werden muss, ist das Anti-soziale-Ego. Die Korrektur besteht nicht darin, die anderen zu ändern, weder die Freunde, die Gesellschaft noch die Nationen. Die Korrektur findet nur in unserer Verbindung statt, durch Einbeziehung aller Eigenschaften. Im Grunde genommen existiert das Ego nicht wirklich in uns, aber es erlaubt uns nicht, uns zu verbinden. Stell dir vor wir wären keine Egoisten, aber würden jedes Mal, wenn wir versuchen, uns zu verbinden, gegensätzliche Kräfte spüren, die uns dazu bringen, uns gegenseitig abzustoßen. Diese Kräfte, die im Wiederspruch zur Verbindung wirken, sind, was wir das „Ego“ nennen...

gefunden hier:
http://www.laitman.de/die-doppelte-bedeutung-des-begriffes-ego

When words..


Ein Fremder

Ein Fremder freute sich, dass er das Vertrauen eines reichen Pilgers gewonnen hatte. Letzterer reiste alleine und hatte Tausende von Rupien dabei. Der Fremde war sicher, dass es ihm früher oder später gelingen würde, das Geld zu stehlen. Jeden Morgen zählte der Pilger in Gegenwart des Fremden sein ganzes Geld. Den ganzen Tag war es in seiner Tasche. Er besaß auch keine Kiste, in die er es einschließen konnte. Wenn der Fremde jedoch nachts danach suchte, konnte er es nicht finden. So ging es Nacht für Nacht. Der Fremde suchte in den Sachen des Pilgers, unter dessen Kopfkissen und dem Bett, überall. Er konnte das Geld einfach nicht finden. Am nächsten Morgen jedoch war es wieder da und in den Händen des Pilgers. Dieses geheimnisvolle Spiel ging über eine Woche lang. Der Fremde bekam Angst. Er dachte der Pilger sei ein Zauberer oder ein Yogi mit übernatürlichen Kräften. Also beichtete er dem Pilger seine bösen Absichten und fragte ihn: "Wo hast du das Geld nachts aufgehoben? Wieso habe ich es nicht gefunden?" Der Pilger lachte herzlich und sagte: "Mein Freund. Ich kannte deine Absichten. Daher habe ich es nachts unter deinem Kopfkissen aufbewahrt. Dort hast du nie nachgeschaut!"

* erzählt von: Swami Sivananda

Geh im Meer verloren

Sei nicht einmal ein wenig befangen in der Vorstellung, es gäbe etwas anderes als Ihn ! Geh im Meer verloren von dir selbst und sei kein Tropfen mehr ! Die Welt ist ganz ein Spiegel und Gott das Angesicht darin. Schau du das Angesicht, laß dich nicht vom Spiegel täuschen !

In solcher Schönheit sah ich Dein Antlitz, daß ich es als Spiegel beider Welten sah: Alles kommt zum Vorschein aus diesem Spiegel, der Spiegel selbst aber ist allen verborgen. Im Spiegel sind hunderttausend Zeichen, doch ist der Spiegel um diese Welt unbekümmert. Alles erglänzt in diesem Spiegel, der Spiegel selbst: Hüter von allem. Die Form des Spiegels ist wie das Auge, das Licht jenes Spiegels: die Seele. Die Substanz jenes Spiegels ? Niemand hat sie gesehen!

*Fariduddin Attar (1136-1220) 
 
 

Geduldig..

Geduldig müßt ihr im ganzen Wesen herumgehen, alle verborgenen Fehler und geheimen Winkel auskundschaften, all diesen Herrschaftslosen Elementen entgegentreten, die in euch den günstigen psychologischen Augenblick abwarten, um hochzukommen. Und wenn ihr die gesamte Runde durch eure geistige, vitale und physische Natur gemacht und das alles dazu gebracht habt, sich dem Göttlichen zu geben, wenn ihr so eine völlige, ganzheitliche Weihung erlangt habt, erst dann ist all euren Schwierigkeiten ein Ende gesetzt. Und dann wird euer Marsch auf die Umwandlung zu, wirklich glorreich, denn ihr schreitet nicht mehr von der Dunkelheit zum Wissen, sondern von Wissen zu Wissen, von Licht zu Licht, von Glück zu Glück.

*Mira Alfassa, Die Mutter, (*1878 -1973)

Wenn Gedanken aufkommen..

Wenn Gedanken, die du nicht magst, aufkommen und du sie einfach beiseitefegst und sie überhaupt nicht mehr länger beachtest, dann werden sie nach einiger Zeit wegbleiben. Aber du mußt das sehr ausdauernd und regelmäßig tun.

* Mira Alfassa, Die Mutter

Löse Dich

"Das, was Du am meisten willst, weswegen Du umherläufst es zu finden, Löse Dich selbst, wie Liebende sich selbst lösen, und Du wirst es sein."

 * Fariduddin Attar

Farid Farjad - Agrabe Zolfe Kaje

Zugang

Meditation ist etwas ganz Aussergewöhnliches, und wenn du sie nicht kennst, bist du wie der Blinde in einer Welt von leuchtenden Farben und dem Wechsel von Licht und Schatten. Sie ist nichts Intellektuelles, doch wenn das Herz Zugang zum Geist findet, hat der Geist eine ganz andere Qualität. Er ist dann wirklich grenzenlos, nicht nur in seiner Fähigkeit, zu denken, effizient zu wirken, sondern ebenso in seiner Empfindung, in einem weiten Raum zu leben. wo du Teil von allem bist.

* Jiddu Krishnamurti (1895 – 1986)

CLOUD ATLAS

Hugo Cabret

nichts ist umsonst geschaffen..

Rabbi Moses Löb von Sasow Lehrte seine Schüler, dass keine Eigenschaft und keine Kraft am Menschen umsonst geschaffen sei, nicht einmal die Gottesleugnung, denn auch sie sei eine Ermöglichung der helfenden Tat. „Denn, wenn einer zu dir kommt und von dir Hilfe fordert, dann ist es nicht an dir, ihm mit frommem Munde zu empfehlen: ‚Habe Vertrauen und wirf deine Not auf Gott’, sondern dann sollst du handeln, als wäre da kein Gott, sondern auf der ganzen Welt nur einer, der diesem Menschen helfen kann, du allein.“

Hingabe

"Bei der Hingabe bildet der gegenwärtige Augenblick die einzige Richtschnur. Die Seele verhält sich dabei leicht wie eine Feder, flüssig wie Wasser, schlicht wie ein Kind. Sie bleibt beweglich wie ein Ball, um jeden Antrieb der Gnade zu empfangen und auszuführen. Flüssigem Metall gleich, weisen solche Seelen keinen Widerstand und keine Härten mehr auf. Wie dieses alle Formen des Modells annimmt, in den man es gießt, so nehmen sie widerstandslos alle Formen an, die Gott ihnen geben will. Ihre Haltung gleicht der Luft, die jedem Windhauch offen steht; sie gleicht dem Wasser, das sich an jedes Gefäß anschmiegt."

"Gott weilt wahrhaft an diesem Ort, und ich wusste es nicht“, sprach einst Jakob. So suchst auch du Gott, teure Seele, und dabei ist er überall. Alles verkündet ihn dir. Alles schenkt ihn dir. Er ging dir zur Seite, er umgab dich, er durchdrang dich und weilte in dir, ja er bleibt in dir: und du suchtest ihn! Du bemühtest dich um eine Vorstellung von Gott, und besaßest ihn dabei wesentlich! Du jagst der Vollkommenheit nach, indes sie in allem liegt, was dir ungesucht begegnet! In Gestalt deiner Leiden, deines Tuns, der Antriebe, die du empfängst, tritt dir Gott selber entgegen."

* Jean Pierre de Caussade (1675 – 1751) 

Ein Liebender

Ein Liebender sein heißt alle Sorgen hinter sich lassen, und es gibt keine schlimmere Sorge als die um dich selbst. Bist du mit dir beschäftigt, dann bist du vom Geliebten getrennt. Der Weg zum Geliebten besteht aus nur einem Schritt: dem Schritt heraus aus dir. Als er gefragt wurde, was es heiße, ein Liebender zu sein, gab er zur Antwort: Was immer du im Kopf hast, vergiß es. Was immer du in der Hand hältst, gib es her. Was immer dein Schicksal zu sein hat, stelle dich ihm. *Abu Said Khair, (967 - 1049), persischer Sufi-Meister

Prüfungen



Nur durch Prüfungen kann echtes Gold von falschem unterschieden werden.Nur durch Prüfungen kann der Mutige und der Feigling erkannt werden. Nur Prüfungen scheiden das Volk der Treue vom Volk der Selbstliebe. Nur durch Prüfungen entfalten sich Verstand und Fähigkeiten der Schüler in den Schulen. Nur durch Prüfungen können funkelnde Edelsteine von wertlosen Kieseln getrennt werden. Nur nach Prüfungen konnte sich der Fischer vor Hannas und Kaiphas, die in der Welt hohes Ansehen genossen, auszeichnen. Erst nach Prüfungen konnte das Antlitz Maria Magdalenas im Lichte fester Gewißheit über allen Horizonten strahlen. Dies sind einige der Geheimnisse der Prüfungen, die wir dir enthüllt haben, damit du die Geheimnisse Gottes in jedem Zyklus erkennst. Wahrlich, ich bete zu Gott, daß Er die Angesichter im Feuer der Prüfungen wie lauteres Gold leuchten lasse. (STARWEST VIII p.238f) (Compilations, Göttliche Lebenskunst)

Niemals

Niemals steigt und niemals sinkt die Sonne, Ohne daß nach Dir der Sinn mir stände. Nie sitz mit den Leuten ich zu sprechen, Ohne daß mein Wort Du wärst am Ende. Keinen Becher Wasser trink ich dürstend, Ohne daß Dein Bild im Glas ich fände. Keinen Hauch tu ich, betrübt noch fröhlich, Dem sich Deingedenken nicht verbände. *Halladsch

Ein schlauer Fuchs

Ein schlauer Fuchs ging an einem schönen Weinberg vorbei, den ein hoher, dicker Zaun umgab. Der Fuchs umkreiste den Zaun und fand ein Loch, das aber zu klein für ihn war. Er sah die leckeren Trauben im Garten, und das Wasser lief ihm im Mund zusammen. Was sollte er tun? Er fastete drei Tage, bis er so mager war, dass er durch das Loch schlüpfen konnte!

Drinnen im Weingarten aß der Fuchs nach Herzenslust und wurde dicker denn je. Als er durch den Zaun schlüpfen wollte, war das Loch wieder zu klein für ihn! Was also tat er? Er fastete erneut drei Tage, und es gelang ihm mit knapper Not, durch das Loch zu kriechen.

Draußen drehte er sich nach dem Weinberg um und sagte: „O Weingarten! Wie lieblich du aussiehst und wie herrlich deine Trauben sind! Aber was hast du mir genützt? So, wie ich gekommen bin, muss ich dich wieder verlassen.“


* aus dem Midrasch

das Auditorium

"Liebe ist der Grundton, Freude die Musik, Macht die Melodie, Wissen der Künstler, das unendliche All der Komponist und das Auditorium. Wir kennen nur die anfänglichen Dissonanzen, die so schrill sind, wie die Harmonie allumfassend groß sein wird. Ganz sicher aber werden wir zur Fuge der göttlichen Seligkeit gelangen."

"Warum schlägt Gott so fürchterlich auf seine Welt ein, trampelt auf ihr herum und knetet sie wie Teig, jagt sie so oft in ein Blutbad und in die rote Höllenhitze des Schmelzofens? Weil die Masse der Menschen immer noch ein hartes, rohes und wertloses Erz ist, das anders nicht geschmolzen und geformt werden kann: wie das Material, so das Verfahren. Wenn es sich in edleres und reineres Metall verwandeln lässt, werden auch seine Methoden zarter und sanfter sein, und er wird sie überlegener und leichter einsetzen."

"Warum wählte oder schuf er gerade dieses Material, wenn er aus einer Unzahl an Möglichkeiten wählen konnte? Wohl weil seine göttliche Vorstellungskraft nicht nur Schönheit, Anmut und Reinheit sah, sondern auch Kraft, Wille und Größe. Schmähe nicht die Kraft noch hasse sie, weil manche ihrer Gesichter hässlich sind, und glaube nicht, dass nur die Liebe Gott sei. Alle wirkliche Vollkommenheit muss etwas vom Stoff des Helden und sogar des Titanen haben. Die größte Kraft aber wird aus der größten Drangsal geboren. Alles würde sich ändern, wenn der Mensch erst einmal zum Spirituellen Geistigen Leben ja sagen würde; aber die Natur seines Denkens, seines Vitalen und seines Körpers rebelliert gegen das höhere Gesetz."

*Sri Aurobindo

Die Stille

Die Stille ist nicht
auf den Gipfeln der Berge,
der Lärm nicht
auf den Märkten der Städte,
beides ist in den Herzen der Menschen.

*Aus Indien

DAS ZIEL

Sind wir über Kenntnisse hinaus, dann haben wir Wissen. Denken war das Mittel, Denken ist die Schranke.

Sind wir über Bemühungen hinaus, dann haben wir Macht. Anstrengung war das Mittel, Anstrengung ist die Schranke.

Sind wir über Vergnügungen hinaus, dann haben wir Seligkeit. Begierde war das Mittel, Begierde ist die Schranke.

Sind wir über die Individualisierung hinaus, dann sind wir wahre Personen. Ego war das Mittel, Ego ist die Schranke.

Sind wir über das Menschentum hinaus, dann sind wir Der Mensch. Das Tier war das Mittel, das Tier ist die Schranke.

Wandle die Vernunft in geordnete Intuition, sei ganz und gar Licht.
Das ist dein Ziel.

Wandle Anstrengung in gleichmässiges, freies Strömen von Seelenstärke, sei ganz und gar bewusste Kraft. Das ist dein Ziel.

Wandle Vergnügen in gleichmässige, gegenstandslose Ekstase, sei ganz und gar Seligkeit. Das ist dein Ziel.

Wandle das gesonderte Einzelwesen in die Allperson, sei ganz und gar Göttlichkeit. Das ist dein Ziel.

Wandle das Tier in den Hirten der Herden, sei ganz und gar Krischna. Das ist dein Ziel.

*Sri Aurobindo

Im Obstgarten

Im Obstgarten legte ein Sufi auf die Art der Sufis das Gesicht auf die Knie, um sein Herz zu öffnen, und versank tief in sich. Ein aufdringlicher Kerl fühlte sich gestört, weil der Sufi aussah, als schliefe er. „Warum", sagte er, „schläfst du? Schau lieber auf den Wein, betrachte die Bäume und Zeichen und grünen Pflanzen. Hör den Befehl Gottes, denn Er hat gesagt: „Schau!" (Koran); richte deinen Blick auf diese Zeichen der Barmherzigkeit". Der Sufi antwortete: „O du Sinnlicher, die Zeichen sind im Herzen; aussen sind nur die Zeichen der Zeichen." Die wahren Gärten und Wiesen liegen im Inneren der Seele; deren Widerspiegelungen im Äusseren sind wie Spiegelungen in fliessendem Wasser. Im Wasser ist nur das Abbild des Gartens, das wegen der feinen Eigenschaft des Wassers zittert. Die wahren Gärten und Früchte liegen im Herzen; der Widerschein ihrer Schönheit fällt auf Wasser und Erde. Wäre die weltliche Zypresse nicht das Abbild der inneren Zypresse, hätte Gott die Welt nicht Welt der Täuschung genannt. Die Täuschung besteht darin: Die Welt der Bilder existiert durch den Widerschein des Herzens und des Geistes der Menschen. Alle Getäuschten betrachten das Abbild und denken, dass es der Ort des Paradieses ist. Sie fliehen vor dem Ursprung der Gärten; sie erfreuen sich an einer Illusion. Wenn ihr Schlaf der Unachtsamkeit zu Ende ist, sehen sie wirklich, doch was nutzt ihnen dann diese Sicht? Dann entsteht auf dem Friedhof grosses Wehklagen; wegen ihres Fehlers schreien sie bis zur Auferstehung „Wehe¨" „Oh, glücklich ist, wer vor dem Tod gestorben ist", denn er hat einen Hauch vom Ursprung dieses Weinbergs erhascht.  

* Rumi