kaputt

"Wenn du schon glaubst, daß du etwas kaputt machen kannst, dann glaube doch erst recht, daß du etwas heilmachen kannst." *Rabbi Nachman von Bratzlaw (1772 - 1810 - Urenkel des Baal Schem Tow)

Vogel der Seele

"Jeder Lehrer offenbart seine Gedanken auf seine eigene spezielle Weise, und dann verschwindet er wieder. Wie meine Vorgänger habe ich den Vogel meiner Seele offenbart für jene, die schlafend sind. Jene der äußeren Welt werden hinsichtlich meiner Reden wie ertrinkende Menschen sein; doch die Menschen der inneren Welt, werden meine Geheimnisse verstehen. Vielleicht hat der Schlaf, der Dein Leben füllt, Dich ferngehalten von diesen Reden; aber wenn Du ihnen begegnest, wird Deine Seele erweckt durch das Geheimnis das sie offenbart."

 "Wenn Du möchtest, dass der Ozean Deiner Seele in einen Zustand einer heilsamen Bewegung verbleibt, musst Du sterben zu Deinem alten Leben, und dann die Stille wahren."

"Was ist der Zweck aller dieser Erzählungen für die Menschen, die mit Egoismus korrumpiert sind ? Was kann aus dem Herzen kommen, das mit Eitelkeit und Stolz eingenommen ist?"

"Das, was Du am meisten willst, weswegen Du umherläufst es zu finden, Löse Dich selbst, wie Liebende sich selbst lösen, und Du wirst es sein."

(* Fariduddin Attar 1136 - 1220)

Traum

Den Jünglingen, die zum erstenmal zu ihm kamen, pflegte Rabbi Bunam die Geschichte von Rabbi Eisik Sohn Rabbi Jekels in Krakau zu erzählen. Dem war nach Jahren schwerer Not, die sein Gottvertrauen nicht erschüttert hatten, im Traum befohlen worden, in Prag unter der Brücke, die zum Königsschlosse führt, nach einem Schatz zu suchen. Als der Traum zum dritten Mal wiederkehrte, machte sich Rabbi Eisik auf und wanderte nach Prag. Aber an der Brücke standen Tag und Nacht Wachtposten, und er getraute sich nicht zu graben. Doch kam er an jedem Morgen zur Brücke und umkreiste sie bis zum Abend. Endlich fragte ihn der Hauptmann der Wache, auf sein Treiben aufmerksam geworden, ob er hier etwas suche oder auf jemand warte. Rabbi Eisik erzählte, welcher Traum ihn aus fernem Land hergeführt habe. Der Hauptmann lachte: "Und da bist du armer Kerl, mit deinen zerfetzten Sohlen, einem Traum zu Gefallen hergepilgert! Tja, wer den Träumen traut! Da hätte ich mich ja auch auf die Beine machen müssen, als es mir einmal im Traum befahl, nach Krakau zu wandern und in der Stube eines Juden, Eisik Sohn Jekels sollte er heißen, unterm Ofen nach einem Schatz zu graben. Eisik Sohn Jekels! Ich kann’s mir vorstellen, wie ich drüben, wo die eine Hälfte der Juden Eisik und die andere Jekel heißt, alle Häuser aufreiße!" Und er lachte wieder. Rabbi Eisik verneigte sich, wanderte heim, grub den Schatz aus und baute das Bethaus, das Reb Eisik Reb Jekels Schule heißt. – "Merke dir diese Geschichte", pflegte Rabbi Bunam hinzuzufügen, "und nimm auf, was sie dir sagt: daß es etwas gibt, was du nirgends in der Welt, auch nicht bei deinem weisen Lehrer finden kannst, und daß es doch einen Ort gibt, wo du es finden kannst".

aus:

Kabir (Hindi, कबीर, * 1440; † 1518)

Kabîr, der ein einfacher Weber war, gilt in Indien als einer der größten Dichter. In Indien ist er vielleicht der meist zitierte Autor zusammen mit Tulsidas. 

Textauszüge: 
Es kann nicht gesagt werden durch Worte des Mundes, es kann nicht beschrieben werden auf Papier. Es ist wie ein Stummer, der etwas Süßes schmeckt - wie könnte man das erklären ? 

Überall um ihn herum ist Musik und dort nimmt das Herz teil an der Freude des unendlichen Meeres.Tauche Du ein in diesen Ozean der Süße: Dann werden alle Fehler des Lebens fort fliehen. 

Entzückendes Wohlbehagen überall und der ganze Raum ist durchstrahlt von Licht. In dem Ozean der Offenbarung, welches das Licht der Liebe ist, werden Tag und Nacht als eins empfunden. Ewige Freude, kein Kummer, keine Qual! Dort habe ich die bis zum Rand gefüllte Freude gesehen, die Vollkommenheit der Freude; es ist dort kein Platz für Irrtum. Dort habe ich das Spiel des Universums erkannt; ich bin den Fehlern dieser Welt entflohen.Wenige sind der Menschen, welche dieses Ufer überqueren! 

TÄNZELND ins Ohr trompetet der Sklave dem Freien: "Du und Ich sind Eins".Vorm Schüler verneigt sich ergeben der Lehrer. Das ist ein Wunder - sonst keins.(*Kabir sagt) & (Die Lieder des Kabîr)


video
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~ Die Tür zur Befreiung ist sehr eng, enger als die Breite eines Senf Korns.Dein Verstand ist größer als ein Elefant, wie soll der da durch?

~ Es gibt einen Weg heraus aus dieser Welt der Täuschung:Erkenne die Seele,was es auch kostet.

~ Folge dem schmalen Pfad in der Mitte.Das ist der einzige Weg den Ozean zu überqueren. 

~ Lerne hundertmal täglich zu sterben,nicht nur einmal.


~ Sich in Grenzen bewegen: Mensch. Sich ohne Grenzen bewegen: Heiliger. Sowohl die Grenzen als auch das Grenzenlose hinter sich lassen - unergründliche Gedanken.

Packe deinen Esel am Genick und führe ihn auf den Pfad...

Packe deinen Esel am Genick und führe ihn auf den Pfad, zu den guten Behütern und Kennern des Pfades. Hab acht! Lasse deinen Esel nicht frei, und gib ihn nicht aus der Hand, denn seine Liebe gilt dem Ort, wo es viele grüne Kräuter gibt. Wenn du ihn einen Augenblick achtlos frei lässt, wird er Meilen in die Richtung der Weide gehen. Der Esel ist ein Feind auf dem Pfad, verrückt vor Liebe nach Futter, oh, zahlreich sind die Eselsdiener, die er ins Verderben gestürzt hat! Wenn du den Pfad nicht kennst, dann tue das Gegenteil von dem, was der Esel will; das ist mit Sicherheit der richtige Pfad.

* Rumi (aus dem Matnawi - Erster Band)

Reitest du auf dem „Esel“ oder der „Esel“ auf dir ?

Würde der Maschiach in einer prächtigen Karosse, der vier Pferde vorgespannt sind, herbeigefahren kommen, und nicht etwa auf einem Esel reitend, jeder Reiche würde sich einbilden der Maschiach zu sein. (*Rabbi Jizchak Meir von Gur)

Salz ist nicht Wolle

Eines Tages wollte Nasrudin eine Eselsladung Salz zum Markt bringen und trieb den Esel durch den Fluß. Das Salz löste sich auf. Nasrudin war ärgerlich über den Verlust seiner Ladung, der Esel aber ausgelassen wegen der Erleichterung. Als er das nächste mal denselben Weg ging, hatte er eine Ladung Wolle. Nachdem der Esel den Fluß durchquert hatte, war die Wolle gänzlich durchweicht und sehr schwer. Der Esel schwankte unter der nassen Last.
„HA“ rief Nasrudin, „du hast dir wohl eingebildet, jedesmal so leicht davonzukommen, wenn du durchs Wasser gehst, nicht wahr!“

















~ Ich selbst ~

Ein Mönch sagte zu Nasrudin: "Ich bin innerlich so frei und losgelöst, daß ich nie an mich selbst denke, nur an andere." Nasrudin antwortete: "Ich bin so objektiv, daß ich mich betrachten kann, als wäre ich eine andere Person; daher kann ich es mir auch leisten, an mich selbst zu denken."

~ Eben darum  ~

Wenn die Menschen um etwas bitten, so gib es ihnen nie, ehe nicht mindestens ein Tag darüber hingegangen ist,"sagte der Mulla." Warum denn nicht? "Die Erfahrung lehrt, dass sie nur dann etwas schätzen, wenn sie die Gelegenheit gehabt haben, daran zu zweifeln, ob sie es bekommen oder nicht."

Lebens Quelle


“Wissen ist wie Wasser, die Quelle von Leben. Sieh um dich, es ist überall: sinfluthafter Regen, Flüsse, Seen, Ozeane...doch alle empfangen gemäß ihrer Bestimmung und ihrem Bedarf, in der Menge und Größe ihrer Schalen entsprechend.” * Suarawardi 1155 - 1191 (Hayâkil an-nûr,VIII )

Es war einmal..

.. ein König, der die ganze Welt unter seinem Ring hielt. Er war von vielen Weisen umgeben, zu denen er eines Tages sprach: "Im Herzen einen Wunsch ich, seltsam, fand doch weiß ich nicht, wieso er dort entstand: Macht mir doch einen schönen Ring, daß jederzeit, wenn Kummer mich umfing',ich auf ihn blick und fröhlich werd, frei von dem Gram, dem grausamen; und wenn ich fröhlich bin und froh, voll Glück: des Ringes Anblick bringt' den Gram zurück!" «Die Weisen berieten sich lange und fertigten schließlich einen Ring, auf dem eingraviert war: "Auch dieses wird vorübergehen!"

* Fariduddin Attar, (1136 - 1220)