Spirituelle Wiedergeburt

"Spirituelle Wiedergeburt bedeutet ja ein ständiges Verwerfen unserer alten Bindungen, unsrer früheren Handlungsweisen und all der verflossenen Umstände unsres Daseins, um so zu leben, als begännen wir in jedem unberüherten Augenblick ein neues Leben. Dies bedeutet Befreiung vom sogenannten Karma, vom Strom unsres einstigen Tuns; oder anders ausgedrückt, es ist eine Befreiung aus der Knechtschaft der gewohnten Tätigkeiten der Natur, ihren Ursachen und Wirkungen. Sobald dieser Bruch mit der Vergangenheit im Bewusstsein siegreich vollzogen ist, fallen all jene Fehler, Fehltrittte, Irrtümer und Torheiten von uns ab, die in unsrer Erinnerung so lebendig sind und sich an uns klammern und uns aussaugen wie Blutegel - sie fallen von uns ab und lassen uns froh und frei."

"Um euch eine Vorstellungvon der letzten Höhe spiritueller Wiedergeburt zu geben, kann ich euch sagen, es ist eine dauernde Erfahrung möglich, dass  das gesamte Weltall jeden Augenblick tatsächlich verschwindet und jeden Augenblick neu erschaffen wird."

*Mira Alfassa


Farid Farjad

Gewohnheiten

Wenn ihr nicht ständig auf der Hut seid, fällt eure Natur wieder in ihre alten störrischen Gewohnheiten zurück, sogar nachdem sie von der herabkommenden Wahrheit erfüllt worden ist. Dieser Kampf zwischen dem Alten und dem Neuen ist der Kern des Yoga.

*Mira Alfassa

I wanted

I wanted to become just a poet,
But You have made me a Seer-Poet.
I wanted to become a Yogi,
But You have made me an Avatar.
I wanted to become Your lamb,
But You have made me Your lion-king.
I desired the dust of Your Feet,
But You gave me
Your Victory-Garland,
Your Crown and Your Throne. 
*Sri Chinmoy

Die Eigenschaft des Gebens

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Liebe

"Nur wer liebt, kann Liebe erkennen. Die sich nicht in aufrichtiger Liebe zu geben vermögen, erkennen die Liebe nirgens; und je göttlicher, das heißt je uneigennütziger die Liebe ist, desto weniger können sie sie erkennen."

"Einzig Liebe kann die Geheimnisse des göttlichen Handelns begreifen und erlangen. Der Geist, insbesondere der physische Geist, ist unfähig, richtig zu sehen, und dennoch will er stets urteilen... Nur wahre und aufrichtige Demut im Geist, die der Seele erlaubt das Wesen zu regieren, kann die Menschen aus der Unwissenheit und dem Dunkel retten."

*Mira Alfassa

Selfgiving

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source: http://www.heart-blossoms-mountain-silence

Am Anfang

Am Anfang täuschte ich mich in vierfacher Hinsicht. Ich trachtete ganz und gar danach, Gott zu gedenken, Ihn zu erkennen, Ihn zu lieben, Ihn zu finden. Als ich da angelangt war, sah ich, dass Er sich meiner erinnert hatte, bevor ich Ihn erinnert habe, dass Seine Kenntnis von mir meiner Kenntnis von Ihm vorausgegangen war, dass Seine Liebe zu mir vor meiner Liebe zu Ihm bestanden hatte, und Er mich gesucht hatte, bevor ich ihn gesucht habe.

*Bayezid Bistami (9. Jh.u.Z.)

Möge der weite Friede des Göttlichen euer ganzes Wesen durchdringen und Ursprung all eurer Regungen sein.

"Ruhe, Ruhe eine stille und gesammelte Kraft, so ruhig, daß nichts sie erschüttern kann: dies ist die unerläßliche Grundlage für die ganzheitliche Verwirklichung."

*Mira Alfassa, Die Mutter, (*1878 -1973)

Der Entschluß zum Yoga

Siehst du, man mag einen sehr guten Willen haben, ein Leben, das auf göttliche Realisation ausgerichtet ist, jedenfalls eine mehr oder weniger oberflächliche Hingabe an ein göttliches Werk, und dennoch keinen Yoga praktizieren.
Für Sri Aurobindos Yoga muß man sich selbst integral umwandeln wollen, es bedeutet, ein einziges Ziel im Leben zu verfolgen, in der Art, daß es nichts anderes mehr gibt, das allein existiert. Und so fühlt man klar in sich selbst, ob man es will oder nicht.Wenn du das in aller Aufrichtigkeit getan hast und in dir eine radikale Entschlossenheit fühlst - ändert sich die Lage. Da ist das Licht und der Pfad, denen man folgen muß, ganz geradlinig, und du darfst nicht davon abweichen. Du sagst: "Das ist es, was ich will, sonst nichts!"

Sobald du deinen Fuß auf den Pfad gesetzt hast, mußt du über eine stählerne Entschlossenheit verfügen und direkt auf das Ziel zu marschieren, was immer auch der Preis sein mag.

*Mira Alfassa (die Mutter)

Ein Edelstein...

Ein Edelstein liegt oft in unscheinbarer Hülle. Anderes Gestein liegt darüber, macht ihn unsichtbar und unschön. Diese anderen Schichten wollen entfernt sein, soll der Edelstein in seiner Klarheit leuchten. Er muss geschliffen werden, damit er in seiner Schönheit strahlt. Entfernen des Hinderlichen, das ist die Methode, damit das Schöne zum Strahlen kommt. Entfernen des Hinderlichen, das ist die Methode für den Weg zu Gott.  

*Dionysius Areopagita (5. Jh.)

Entschlossenheit

Entschlossenheit
ist das eine Erforderliche -
sie ist der Schlüssel,
der alle Türen öffnet.
*Mira Alfassa


Gedanken


Das göttliche Bewustsein

Das göttliche Bewustsein kommt und geht, und solange die Einung dauert, seid ihr wirklich eine andere Person! Das ganze Weltall trägt ein neues Gesicht, und ihr selbst, wie auch eure gesamte Wahrnehmung, eure Schau von den Dingen, ist verwandelt.

*Mira Alfassa

In einem finsteren Raum war ein Elefant

In einem finsteren Raum war ein Elefant, Inder hatten ihn gebracht, um ihn vorzustellen. Viele Leute gingen, um ihn zu sehen, Ein jeder in die Finsternis hinein. Da man ihn mit dem Auge nicht sehen konnte, betasteten ihn in der Finsternis die Hände. Dem einen geriet die Hand an den Rüssel. Er sagte: „Diese Statur ist wie ein Wasserrohr.“ Ein anderer kam mit der Hand an sein Ohr: Es kam ihm vor wie ein Fächer. Als einem anderen die Hand über den Fuß streifte, Sagte er: „Ich merke, der Elefant ist wie eine Säule gebaut.“ Ein anderer legte die Hand auf seinen Rücken. Er sagte: „Der Elefant da gleicht einem Sitz.“ Auf diese Weise hat ein jeder den Teil, an den er geraten ist, Erkannt und ihn für das Ganze gehalten. Vom Gesichtspunkt aus wurde ihre aussage verschieden; Der eine nannte ihn Dal (krumm) der andere Alif (gerade). Wenn jeder eine Kerze in der Hand gehabt hätte, Wäre der Widerspruch aus ihren Worten verschwunden. Das Auge der Sinne ist nur wie die Handfläche: Die Hand kann das Ganze von ihm nicht erreichen. Eines ist das Auge des Meeres, ein anderes der Schaum (die Hand). Lass den Schaum (die Hand) und schaue mit den Augen des Meeres. * Rumi aus dem Matnawi

Was ist eigentlich Zen ? Zen Geschichten




Der analytische Ansatz


Meister Hui-Hai (720-814) wurde gefragt: “Sind Taoismus, Konfuzianismus und Buddhismus drei verschiedene Lehren oder gleich?” Er antwortete daraufhin: “Für die von großer Einsicht sind sie gleich. Für die von mittlerer Einsicht sind sie verschieden. Sie kommen alle aus der einen Wahrheit, aber jeder analytische Ansatz lässt sie wie drei aussehen. Ob einer aber Erleuchtung findet oder verblendet bleibt, hängt vom Suchenden selbst ab, nicht von den Unterschieden der Lehre.”

Der Mönch und der Fisch

Layla's Hund

Majnun sah Layla's Hund und begann, ihn zu küssen, rannte um ihn herum wie ein Haji die Kaaba umrundet. verneigte sich vor seinen Pfoten, hielt seinen Kopf, kratzte seinen Bauch, gab ihm Süssigkeiten und Rosenwasser. "Du Idiot," sagte jemand, der in der Nähe war, "Hunde lecken ihren Hintern und schnuppern an Exkrementen auf der Strasse. Dies ist verrückt, diesen Hund auf so zärtliche Weise zu behandeln." "Schau durch meine Augen", sagte der Liebende. "Sieh die Treue, wie er das Haus meines Freundes bewacht, wie er sich freut, uns zu sehen. Was immer wir fühlen, Leid, die einfache Freude draussen an der Sonne zu sein, er empfindet dies vollständig mit uns. Betrachte nicht zuviel die oberflächlichen Taten. Entdecke den Löwen, die Rose seiner wahren Natur. Freund, dieser Hund ist ein Gartentor zum Unsichtbaren. Jeder, der sich damit beschäftigt zu betonen was falsch ist wird das Unsichtbare verpassen. Schau sein Gesicht an !

Der wirksamere Segen

Ein Schüler von Rabbi Israel wanderte einmal durch die Stadt Premischlan und beschloss, den Meister Rabbi Meir zu besuchen. Als Rabbi Meir hörte, dass sein Gast ein Schüler des großen Rebbe von Ruschin war, empfing er ihn mit großer Ehrerbietung. Beim Abschied sagte Rabbi Meir: „Sag deinem Rebbe, ich habe einen eindeutigen Beweis dafür, dass ich größer bin als er. Ich habe entdeckt, dass mein Segen viel wirksamer ist als seiner.“ Der Schüler war entsetzt, solche Worte aus dem Mund von Rabbi Meir zu hören, dessen Bescheidenheit legendär war. Rabbi Meir sah, wie verwirrt sein Besucher war, und erklärte lächelnd: „Als wir uns zum letzten Mal trafen, segnete mich dein Rebbe und wünschte mir, Fortschritte im Dienst zu machen. Ich erwiderte den Segen. Mein Segen war äußerst wirksam, denn der heilige Rabbi Israel wird täglich heiliger und frommer. Sein Segen hatte dagegen nur spärlichen Erfolg.“

Eine heilige Begegnung










Wenn du jemandem begegnest, so erinnere dich daran, dass es eine heilige Begegnung ist. Wie du ihn siehst, wirst du dich selber sehen. Wie du ihn behandelst, wirst du selbst behandelt. Wie du über ihn denkst, wirst du über dich selber denken. Vergiss dies nie, denn in ihm wirst du dich selbst finden oder verlieren. 

*Ein Kurs in Wundern

HIER & JETZT - here & now

Das Außen ist nur ein Vorwand














El Mahdi Abbassi erklärte, dass es nachweislich im Menschen etwas gäbe,woran jeder Versuch, ihm zu helfen, scheitern könne. Da ihm einige Leute diese Theorie nicht glaubten, versprach er ihnen, einen konkreten Beweis dafür zu liefern. Die Sache war längst vergessen, als El Mahdi einen Mann anwies, einen Sack Gold auf die Mitte einer Brück zu legen; einen anderen sandte er zu einem bankrotten Schuldner, der sich an das eine Ende der Brücke stellen und sie dann überqueren sollte. Abbassi wartete mit seinen Augenzeugen am anderen Ende der Brücke. Als der Mann bei ihnen ankam, fragte ihn Abbassi: „Was hast du auf der Mitte der Brücke gesehen?" „Nichts" antwortete der Mann. „Wie ist das möglich?", fragte Abbassi. Der Mann erwiderte: „Als ich die Brücke betrat, dachte ich mir, dass es lustiger wäre, die Strecke mit geschlossenen Augen zurück zu legen. Und das tat ich auch ..."

Klarheit

»Der Fisch kann im Wasser nicht ertrinken,
der Vogel in den Lüften nicht versinken,
das Gold ist im Feuer nie vergangen,
denn es wird dort Klarheit und
leuchtenden Glanz empfangen.«

*Mechthild von Magdeburg 1207-1282

Irrtum

Ein junger Mann kam zu Dhun-Nun, dem Ägypter. Er behaubtete das die Sufis im Irrtum seien, und noch viele andere Dinge mehr. Der Ägypter gab ihm zur Antwort einen Ring, den er sich mit den Worten vom Finger streifte: „Nimm diesen Ring und gehe zu den Marktständen da drüben, sieh zu ob du ein Goldstück dafür bekommen kannst“ Er konnte auf dem ganzen Markt keinen Händler finden, der mehr als ein kleines stück Silber dafür geboten hätte. Der junge mann kam mit dem Ring zurück. „Und jetzt“ sagte Dhun-Nun „geh zu dem Goldschmied, und frage was er zu zahlen bereit ist.“ Der Goldschmied bot 1000 Goldstücke für das Juwel. Der junge man war hoch erstaunt. „Und nun mein Sohn“ sagte Dhun-Nun „zu deiner Einschätzung der Sufis: Du verstehst gerade soviel davon, wie die Krämer dort drüben von der Goldschmiedekunst.“ Wenn du Edelsteine schätzen willst, musst du erst Goldschmied werden.“

Wenn

Wenn ein Meister ein Bild macht aus einem Stück Holz oder einem Stein, so trägt er das Bild nicht in das Holz hinein; vielmehr schneidet er die Späne ab, die das Bild verborgen und verdeckt hatten. Er gibt dem Holz nichts, sondern er nimmt und gräbt ihm die Decke ab und nimmt den Rost weg, – und dann erglänzt, was darunter verborgen lag.

*Meister Eckhart (1260-1328)

Khalil Gibran - Der Prophet (Musikbuch)

Die Herzen müssen verwandelt werden,

"Liebe ist Licht, wo immer sie wohnt, und Hass ist Finsternis, wo immer er nistet."

"Kampf und Gewalt werden zu keinem guten Ergebnis führen, selbst dann nicht, wenn sie für die richtige Sache eingesetzt werden. Die Herzen müssen verwandelt werden.

*Abdul Baha

Wie

Wie kann man zum höchsten gelangen, wurde Bayazid gefragt. Er Antwortete:
"Durch Blindheit, Taubheit und Stummheit."

Ein anderer bat ihn: "Beschreib uns deinen Tag und deine Nacht." Er sagte: "Ich habe keinen Tag und keine Nacht; denn Tag und Nacht sind nur für die, die die Eigenschaften von Geschöpfen haben. Ich habe mich davon getrennt, wie die Schlange von ihrer Haut.

keine Angst

Nicht den Tod sollte man fürchten,
sondern dass man nie beginnen wird,
wirklich zu leben.

* Marcus Aurelius 
(121 n.Chr. - †180 n.Chr.)

Phase der Vernunft

Jeder muß einmal durch diese Phase hindurch, in der man versucht, alles mit der Vernunft zu verstehen. Doch das Grübeln führt zu nichts. Statt den Weg zu gehen, verlieren die meisten die Zeit mit Diskussionen, welches wohl der rechte Weg sei. Wie töricht! Wagt den Sprung!

*Sri Ramakrishna

Man bleibt jung

Man bleibt jung,
solange man noch lernen,
neue Gewohnheiten annehmen
und Widerspruch ertragen kann.

*Marie von Ebner-Eschenbach

Eines Morgens

Eines Morgens stand ich auf dem Dach die Sonne stieg gerade durch die belaubten Kronen der Bäume auf. Während ich weiter beobachtete, schien mir plötzlich in einem Augenblick, als falle eine Hülle von meinen Augen. Ich sah die Welt in einem wunderbaren Glanz gebadet und Wogen der Freude und Schönheit auf allen Seiten emporsteigen. Mein Herz bedeckten schwere Schichten von Traurigkeit, die das universale Licht in einem Augenblick durchdrang und mein ganzes Inneres aufleuchten ließ.

*Rabindranath Tagore




























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Gleichmut

Du hast ein Recht auf das Handeln,
aber nur auf das Handeln,
niemals auf dessen Früchte;
lass nicht die Früchte deines Wirkens
dein Beweggrund sein,
noch lass Anhaftung zur Tatenlosigkeit in dir zu.
Fest gegründet im Yoga,
vollbring deine Tage als einer,
der jegliche Anhaftung aufgegeben hat
und gleichmütig geworden ist 
im Misslingen und im Erfolg;
denn Gleichmut wird im Yoga angestrebt.

*Bhagavad Gita

azmuto.blogspot.com/Bhagavad Gita 

Einsamkeit

Die innere Einsamkeit kann nur durch
die innere Erfahrung der Einheit mit dem Göttlichen
geheilt werden; keine menschliche Beziehung
kann diese Leere füllen.

*Sri Aurobindo

Erfahrung



Dogmen

"Die Glaubensartikel und Dogmen einer Religion sind Erzeugnisse des denkenden Geistes, und wenn ihr ihnen zu große Wichtigkeit beilegt und euch in einen fix und fertigen Lebenskodex einschließt, kennt ihr die Wahrheit des Höchsten nicht - und könnt sie auch gar nicht kennen - ,die frei und weit über allen Vorschriften und Dogmen steht."

"Es wird oft gesagt, dass Abraham oder Jesus, kehrten sie wieder, ihre Lehren unter all den Verkleidungen nicht wiedererkennen würden. Und Buddha, käme er wieder auf die Erde und sähe, was man aus seiner Lehre gemacht hat, liefe entmutigt gleich wieder ins Nirwana zurück! Von jeder Religion kann man dieselbe Geschichte erzählen."
*Mira Alfassa

Der Weg zu sich selbst

Entwicklung des Verlangens

Die Geschichte vom weinenden Kamel

Die richtige Antwort

Wieder in einer fremden Stadt, schritt  Nasruddin eines Morgens, nachdem er das Bad verlassen hatte, schnell und mit sinnender Miene, als habe er etwas Wichtiges zu tun, durch die Straßen.
Zur selben Zeit befand sich der Wali, gefolgt von mehreren Bewaffneten, auf einem Inspektionsgang durch die Stadt. Als er den Eilenden erblickte, kam ihm dieser verdächtig vor. Er rief ihm zu, stehen zu bleiben, und fragte:
„ Wie heißt du?“
„Mulla Nasruddin.“
„Wo bist du geboren?“
„In Akschehir.“
„Wohin gehst du?“
„Das weiß ich nicht.“
„Du musst doch wissen, wohin du gehst?“
„Aber in diesem Augenblick weiß ich es nicht.“
„Freund, du gefällst mir nicht, und wir wollen deine Person einmal näher untersuchen“, sagte der Wali und befahl seinen Gehilfen: „He, bringt ihn in den Turm!“
„Du siehst, dass ich die reine Wahrheit gesagt habe, edler Wali“, sagte der Mulla.
„Denn wie konnte ich vor einer Minute noch wissen, dass ich in den Turm gehen würde?“
„Ich sehe, du hast Witz, Mulla. Dein Witz rettet dich“, antwortete der Wali schmunzelnd. „Du bist frei, gehe, wohin du willst.“



Der Taube


Der Enkel des Baal Schem Tov, erzählte: "Ich habe von meinem Großvater gehört: Ein Fiedler spielte einst mit solcher Süßigkeit, daß alle, die es hörten, zu tanzen begannen, und wer nur in den Hörbereich der Fiedel gelangte, geriet mit in den Reigen. Da kam ein Tauber des Weges, der nichts von Musik wußte, dem erschien, was er sah, als das Treiben Verrückter, ohne Sinn und Geschmack."

Lehre

Einst drängten sich die Leute,
um die Lehre zu vernehmen,
die der Meister sprach.
"Umsonst!" rief er ihnen zu,
"wer hören soll,
hört auch aus der Ferne,
wer nicht hören soll,
hört auch aus der Nähe nicht."

*Baal schem Tov

Sri Ramakrishna 1836-1886 - Doku

Das Lied der Liebe

"Singt das Lied der Liebe,
Verkündet den Menschen,
dass die Zeit der Liebe angebrochen ist
und lasst euch durch niemanden
davon abhalten."

*Paramahamsa Yogananda

Schranken

Es versteht sich, dass so gesehen alle Störungen Prüfungen sind, die es zu bestehen gilt. Sie sind aber auch nötig, um die Schranken umzuwerfen, die eure geistigen Gebäude um euch aufgerichtet haben und die euch daran hindern, euch dem Licht und der Wahrheit zu öffnen. Die geistige Welt, in der ihr lebt, ist begrenzt, auch wenn ihr diese Grenze weder kennt noch fühlt, es muss etwas kommen, um dies Gebäude zu zerstören, in das euer Geist sich eingeschlossen hat, und ihn befreien.

*Mira Alfassa

Was du fürchtest

Was du fürchtest und bebrütest, indem du diesen Ton im Geist immer wieder anschlägst, dem hilfst du zu geschehen. Vor der Furcht und der Hoffnung nimm deine Zuflucht in der großartigen Ruhe und sorglosen Meisterschaft des Höheren Spirits.

*Sri Aurobindo

Im Schweigen zu lauschen

Man macht sehr häufig die Erfahrung, das etwas Gesagtes entstellt wird. Man sagt etwas ganz klar - aber wie es aufgefasst wird, ist verblüffend. Jeder versteht etwas anderes, als gemeint war, und gibt dem sogar manchmal den umgekehrten Sinn. Wenn ihr richtig auffassen und diese Art Irrtum vermeiden wollt, müsst ihr hinter Ton und Ablauf der Worte dringen und lernen, im Schweigen zu lauschen. Wenn ihr im Schweigen lauscht so hört und versteht ihr richtig, doch solange sich in eurem Hirn etwas rührt und Geräusche macht, erfasst ihr bloß, was ihr im Kopf habt, jedoch nicht das Gesagte.

*Mira Alfassa

I am happy

I am happy because
I always choose the right moment.
I am happy because
I am a good listener.
I am happy because
I keep my voice down.
I am happy because
I do not try to convince others.
I am happy because
I do not complain.
I am happy because
I do not do two things at the same time.
I am happy because
I never think of two objects at the same time.
I am happy because
I have realised the truth that the most
important thing in my life is self-improvement.
I am happy because
I unreservedly accentuate the good in others.
I am happy because
I have considerably cut down on my desiring needs.
I am happy because
I follow my thought-control programme every day.
I am happy because I never quit.
I am happy because
every day I purify my heart by offering my heart
of gratitude to the Absolute Supreme.
I am happy because
I know that my love of purity works wonders.
I am happy because
of a soulful daily prayer of mine, and that prayer is:
"O Beloved Supreme, O Eternity’s Pilot Supreme,
Do transform the world Starting with me, my life, my all."

I am happy because every day I cry and cry to see the Real in me. The Real in me is my oneness divine, unreserved and unconditional, with the Will of my Beloved Supreme. I am happy not because I am for my Supreme Pilot, not because my Supreme Pilot is for me, but because my Supreme Pilot eternally is. His very existence here on earth, there in Heaven, is my satisfaction. When I try to have Him for myself, I pull Him into my desire-life. But when I am for Him, I carry my desire-life into Him. In no way do I want to bind my Beloved Supreme. From now on my satisfaction, my supreme satisfaction, will lie only in my discovery of the fact that He alone eternally is.

*Sri Chinmoy 15 Feb. 1977

Excerpt from United Nations Meditation-Flowers And Tomorrow’s Noon, Agni Press, 1978