jetzt leben !

Wie du beim Sterben gelebt zu haben wünschest, so solltest du jetzt schon leben. 
*Mark Aurel (* 26. April 121 - † 17. März 180)

Tiefe ewigen Schweigens

Alles Vollkommene in Wort und Tat stammt aus der Tiefe ewigen Schweigens.

In den Tiefen der Weltmeere gibt es keine Stürme mehr, nur an der Oberfläche lärmen die jauchzend landwärts donnernden Wogen; genauso ist es mit der befreiten Seele inmitten turbulenter Aktion, sie handelt nicht, sie atmet nur überwältigende Tatenfülle aus.

*Sri Aurobindo

Der Verstand trennt, stellt Einzelheiten fest und setzt sie einander gegenüber; Weisheit eint und verbindet die Gegensätze in einer einzigen Harmonie. *Sri Aurobindo

"Was die Seele sieht und erfahren hat,
das weiß sie; das Übrige ist Schein,
Vorurteil und Meinung."

"Nur jene Gedanken sind wahr,
deren Gegenteil zu seiner Zeit
und an seinem Platz ebenfalls wahr ist;
unbestreitbare Dogmen
sind die gefährlichste Art von Lüge."

*Sri Aurobindo



Die Bodhisattva-Gelübde im Mahâyâna (Shântideva: Bodhicaryâvatâra, aus Kapitel III )

Möge ich den Schutzlosen ein Beschützer sein,
ein Führer den Reisenden,
denen die zum anderen Ufer wollen, ein Boot, ein Damm, eine Brücke,
eine Lampe für die, die eine Lampe brauchen,
ein Bett für die, die ein Bett brauchen,
ein Diener für alle Lebewesen, die einen Diener brauchen.

Möge ich den Lebewesen ein Wunschjuwel sein,
ein Glückskrug, eine Zauberformel, ein Wunderheilkraut,
ein Wunschbaum und eine Wunschkuh.

So wie die Erde und die drei anderen Elemente,
zusammen mit dem Raum, alle Wesen beständig nähren und stützen,
möge auch ich zu einer solchen Quelle der Nahrung und Stütze
für alle Wesen werden, die den Raum ausfüllen,
solange noch nicht alle Wesen den Frieden erlangt haben.

Wenn die Buddhas der früheren Zeiten sich dem Bodhicitta,
dem Herz-Geist der Erleuchtung, verpflichteten,
beschritten sie stufenweise den Pfad der Bodhisattva-Praxis.
So verpflichte auch ich mich dem Bodhicitta zum Wohle aller Wesen
und werde stufenweise den Pfad der Bodhisattva-Praxis beschreiten.

Heute ist meine Geburt fruchtbar geworden;
meine Geburt als Mensch hat eine Berechtigung erhalten.
Heute wurde ich in Buddhas Familie geboren.
Jetzt bin ich ein Kind Buddhas.

Jetzt bin ich entschlossen, Handlungen auszuführen,
die meiner Familie würdig sind.
Ich werde die Reinheit dieser fehlerlosen,
edlen Familie nicht beschmutzen.

So wie ein blinder Wanderer
ein Juwel in einem Kehrrichthaufen findet,
so entstand, scheinbar durch einen Glücksfall,
Bodhicitta in mir, Dieser überragende Nektar, der den Tod zerstört;
der unerschöpfliche verborgene Schatz, der alle Armut beseitigt;

Die überragende Medizin, die sämtliche Krankheiten heilt;
der Baum, der allen Wesen Schutz gewährt,
die es müde sind, die Pfade des Samsara zu wandern;
Das Fahrzeug für alle Reisenden,
die die Sorgen hinter sich lassen;
der Mond des Geistes,
der die Hitze der Begierde kühlt;

Die große Sonne,
welche die Dunkelheit der Unwissenheit zerstreut;
die aus der Milch des Dharma geschlagene reine Butter;

Die große Glückseligkeit
für Wanderer auf den Pfaden des Samsara,
die nach Freude Ausschau halten.
In Anwesenheit aller Buddhas lade ich alle Wesen ein,
meine Gäste zu sein.Mögen die Götter
und alle anderen Wesen sich freuen.
 
Möge das kostbare Juwel des Bodhicitta entstehen,
Wo es noch nicht entstanden ist.
Und wo es bereits entstanden ist,
Dort möge es nicht abnehmen,
Zunehmen möge es von Gipfel zu Gipfel.















Der Moses Code

Das Lied "Du"

Rabbi Levi Jizchak ben Meir von Berditschew
pflegte ein Lied zu singen, in dem es heißt:


"Wo ich gehe - du !
Wo ich stehe - du !
Nur du, wieder du, immer du !
Du, du, du !
Ergeht`s mir gut - du !
Wenn`s weh mir tut - du !
Nur du, wieder du, immer du !
Du, du, du !
Himmel - du, Erde - du !
Oben - du, unten - du,
Wohin ich mich auch wende,
du bist an jedem Ende !
Nur du, wieder du, immer du !
Du, du, du !"

Begegnungen

"Wenn du einen Menschen aus dem Schlamm und Kot heben willst, wähne nicht, du könntest oben stehen bleiben und dich damit begnügen, ihm eine helfende Hand hinabzureichen. Ganz musst du hinab, in Schlamm und Kot hinein. Da fasse ihn dann mit starken Händen und hole ihn und dich ans Licht."

"Wenn wir uns auf Begegnungen nicht mehr einlassen, verlieren wir einen entscheidenden Bestandteil unseres Lebens. Es ist so, als würden wir aufhören zu atmen." 


*Martin Buber 




Den inneren Gott wahrnehmen


„Ich möchte, daß ein jeder von uns dahin gelangt, wo er den inneren Gott wahrnehmen kann, der auch im verdorbensten menschen wohnt. Statt diesen zu verdammen, sollten wir sagen: ‚Steige auf, du strahlendes Wesen, das für immer rein ist und weder geburt noch tod kennt, steige auf, du Allvermögendes, und offenbare deine natur!'"Folgen wir diesem schönen rat, und wir werden sehen, wie alles um uns sich wie durch ein wunder verwandelt. So verhält sich wahre, bewußte und klarsichtige liebe, jene liebe, die hinter die erscheinungen zu blicken und trotz der worte zu verstehen weiß, liebe, die durch alle hindernisse hindurch dauernd mit den tiefen in verbindung steht. Was wiegen unsere impulse und begierden, ängste und gewalttätigkeiten, unsere leiden und kämpfe, all diese persönlichen wechselfälle, die unsere ungeordnete einbildungskraft ungebührlich dramatisiert — was wiegen sie gegen diese große, erhabene, göttliche liebe, die sich aus der innersten tiefe unseres wesens über uns neigt und uns die schwächen nachsieht, die irrtümer berichtigt, die wunden heilt und unser ganzes wesen in ihren neubelebenden fluten badet?

Denn die Gottheit im innern drängt sich niemals auf, stellt nie einen anspruch, droht nie; sie bietet sich dar, sie gibt sich selbst, verbirgt und vergißt sich im herzen der wesen und dinge; sie tadelt keinen, urteilt, verwünscht und verdammt nie, sondern arbeitet unaufhörlich daran, ohne zwang zu vervollkommnen, ohne vorwurf wiedergutzumachen, ohne ungeduld zu ermutigen und jedermann mit all den schätzen zu bereichern, die er empfangen kann; sie ist die mutter, deren liebe gebiert und nährt, wacht und schützt, rät und tröstet; weil sie alles versteht, erträgt sie alles, entschuldigt und verzeiht alles, erhofft alles, bereitet alles vor. Weil sie alles in sich trägt, hat sie nichts, was nicht allen gehört, und weil sie über alle regiert, ist sie dienerin von allen; darum werden alle, ob groß oder klein, die mit ihr könige und in ihr götter sein möchten, gleich ihr keine despoten, sondern diener unter ihren brüdern. Wie schön ist diese demütige rolle des dieners, diese rolle all derer, die offenbarer und künder des Gottes waren, der in allen ist, der göttlichen Liebe, die alle dinge beseelt ... Und bis wir ihrem beispiel folgen und wie sie wahre diener sein können, laßt uns von dieser göttlichen Liebe durchdrungen und gewandelt werden, und stellen wir Ihr rückhaltlos dies wundervolle werkzeug unseres stofflichen organismus’ zur verfügung! Sie wird es auf jeder ebene des wirkens sein bestes leisten lassen.

Um zu dieser umfassenden weihung unserer selbst zu gelangen, sind alle mittel gut, haben alle methoden ihren wert. Auszuharren im willen, das ziel zu erreichen, ist das einzige wirklich unerläßliche. Dann werden alle studien, in die man sich vertieft, alle taten, die man vollbringt, alle menschen, denen man begegnet, uns einen hinweis, eine hilfe, ein licht brin- gen, die uns weiterführen auf dem weg.

*Mira Alfassa

Ananda - Seligkeit

Ananda, die Wonne, die Seligkeit, ist die eigentliche Natur des Geistes. In ihr findet er sein wahres Selbst, sein wesentliches Bewustsein, die absolute Macht seines Seins. Das Eintreten unserer Seele in diese absolute, unbegrenzte, bedingungslose Seligkeit ist sowohl unendliche Vollkommenheit wie ewige Befreiung.

Ananda ist der Schlüssel zum herrlichsten göttliche Leben, der selbst jetzt von seiner verborgenen Quelle aus alle anderen Kräfte des Weltalls unterstützt.

Gott nur als Gedanken zu erfassen, genügt nicht, Er muß auch als Wonne gefühlt werden: Ideen, Kräfte, Prinzipien sind nur hohle Formen, es sei denn, der Atem seiner Seligkeit erfülle sie.

*Sri Aurobindo

Freiheit besteht im Erkennen und überwinden der eigenen Grenzen.

„Freiheit ist kein fernes Ziel, Befreiung nicht das angestrebte Ergebnis. Freiheit muss am Anfang stehen, sonst kannst du nichts entdecken“. 
*Jiddu Krishnamurti

Wir gleichen Vögeln im Käfig, die zwar oft vom Fliegen, vom Sich erheben und von der Weite des Himmels träumen, die geöffneten Käfigtüren aber ängstlich ignorieren. Alles kommt zu uns, wartet darauf, eingelassen und würdig empfangen zu werden. Auf unsere Offenständigkeit, auf unsere ständig offene Tür kommt es an. Doch das kleine Ich versucht ständig sich abzugrenzen, abzusichern, Türen zuzusperren, Berechnungen anzustellen, es ist gefüllt mit Paranoia, Angst, Gier, Ablehnung, Neid, Stolz, Mangelgedanken, Hass und Misstrauen. Nun Frei zu sein heißt seine eigenen Grenzen zu Erkennen und zu Überwinden, Frei zu sein heißt sich zu öffnen und zu öffnen und zu öffnen, ohne Selektion, ohne Bedingung, sogar ohne Türsteher, ohne Grenzen, ohne Absicherung und ohne Ende.

Freiheit und wahres Glück

Das Verlangen nach Sicherheit bringt Trägheit hervor, es macht das Geist-Herz unflexibel und dumpf, es verhindert, dass wir offen für die Wirklichkeit sind. Die Wahrheit offenbart sich nur in großer Unsicherheit.  

*Jiddu Krishnamurti - Freiheit und wahres Glück

Das System

Das System ist auf eine ungewöhnliche weise Art aufgebaut. Mit unserem persönlichen Wachstum korrigieren wir gleichzeitig auch das gesamte System im großen Maßstab, weil die Erweckung von Oben in uns einen außergewöhnlichen Zustand in uns erzeugt. Dadurch beeinflußt selbst eine mikroskopische Veränderung, die wir in uns erreichen, das ganze System und verbessert die Bedingungen anderer Leute, indem sie ihnen eine Menge Glück bringt.

*Rav M. Laitman

Messias bedeutet übersetzt das Herausziehende, die Kraft, die dem Menschen aus seiner Selbstsucht hilft. *Rav M. Laiman

Der Messias ist die Kraft des Schöpfers, die uns aus unserer derzeitigen begrenzten Wahrnehmung herauszieht. Messias kommt vom Verb „Lishmo” – herausziehen. Heraus aus dem Willen zu empfangen, hin zum Willen zu geben.

*Rav M. Laitman

Menschen Gott

Was bedeutet Diener Gottes zu sein? Dieser Ausdruck wird nie korrekt verstanden werden, solange die Menschen Gott als ein Wesen außerhalb von sich selbst betrachten. Jener, der dienen muss, weiß, dass er seiner Freiheit entsagt und es ist ganz normal, dass der Gedanke, sich in den Dienst einer Kraft zu stellen, von der man nicht weiß, wo sie ist und die vielleicht nicht einmal existiert, für manche unerträglich ist. Wer sich in den Dienst Gottes stellt, der dient keinem Wesen außerhalb von sich selbst; deshalb kann er auch nicht seine Freiheit verlieren, im Gegenteil, er erwirbt sie sich. Genau das ist die Grundlage der Religion. Die Idee, Gott zu dienen, macht nur dann Sinn, wenn der Mensch sich bewusst wird, dass die Gottheit, der er dienen soll, in seiner Seele wohnt. Je mehr er sich Ihr weiht, desto mehr nähert er sich Ihr an und nimmt Verbindung mit Ihr auf. Dank seiner Arbeit gelingt es ihm, die in seinem Inneren aufgrund seiner niederen Gedanken, Gefühle und Begierden angehäuften Schlacken aufzulösen. Auf diese Weise entdeckt er nach und nach die Quintessenz seines Wesens, welche die Quintessenz von Gott selbst ist.

*Omraam Mikhael Aivanhov

Gemeinschaft

Der Mensch definiert sich durch die Tatsache, dass er ein Bewusstsein besitzt, aber er ist nur dann voll bewusst, wenn in ihm das Empfinden für die Gemeinschaft erwacht ist. Diese Fähigkeit gestattet ihm, sich in die Seele und das Herz der anderen so einzufühlen, dass er selbst den Schmerz spürt, den er ihnen zufügt. Er versteht, dass alles Gute und Schlechte, das er anderen antut, er sich selbst antut. Oberflächlich gesehen, ist jedes Wesen natürlich vom anderen isoliert, getrennt. Aber in Wirklichkeit ist ein Teil von ihm mit der Gemeinschaft verbunden und lebt in allen Geschöpfen, im ganzen Kosmos. Wenn dieses kollektive Bewusstsein in euch, in euren Beziehungen zu den anderen, erwacht ist, werdet ihr spüren, dass eure Gedanken, eure Gefühle, eure Handlungen, alles, wie ein Echo auf euch zurückkommt, weil euer Wesen, das sich im ganzen Universum ausbreitet, eine kollektive Wesenheit geworden ist. Und es ist dieser Bewusstseinszustand, den man »Brüderliches Empfinden« nennen kann.

*Omraam Mikhael Aivanhov

Der spirituelle Aufstieg





Der spirituelle Aufstieg vollzieht sich von dem Empfangen für sich, hin zum Geben an die anderen, was als „Glaube über dem Verstand” bezeichnet wird. Es bedeutet, wenn man das „Geben dem Empfangen vorzieht” und Genuss vom Geben empfängt. Man muss Begeisterung und Freude verspüren, weil man sich über seinen Egoismus erheben kann und nicht mehr darauf achten wird, was man durch ihn bekommen kann. Doch man braucht dazu das Licht und die Kraft, um in sich eine solche Veränderung zu vollziehen!

*Rav M. Laitman



Wer sucht, der findet

Der alte Rabbi ist beim Talmudstudium unterbrochen worden. Als er ins Zimmer zurückkommt, will er sich wieder seiner Lektüre widmen. Nachdem er sich an den Schreibtisch gesetzt hat, tastet er nach seiner Brille, die aber nicht wie gewohnt im Buch liegt... Er fängt an, nach den Regeln der talmudischen Lehre nachzudenken: Jeden Tag trage ich beim Lesen die Brille, und wenn ich aufhöre, lege ich die Brille ins Buch. Wenn ich das täglich tue, habe ich es auch heute getan. Wenn ich es aber getan habe, muß die Brille im Buch liegen. Sie liegt aber nicht drin. Sie liegt nicht drin, das heißt, sie ist weg. Meine Brille ist weg. Von allein kann sie nicht weg sein. Also muß sie jemand genommen haben.

Wer kann die Brille genommen haben? Wenn sie jemand weggenommen hat, dann entweder jemand, der eine Brille hat, oder jemand, der keine Brille hat. Wenn einer schon eine Brille hat, dann nimmt er doch keine Brille mehr. Wenn es also je- mand gewesen ist, der keine Brille hat, dann ist es entweder je- mand gewesen, der keine Brille hat und sieht, oder jemand, der keine Brille hat und nichts sieht. Wenn er keine Brille hat und sieht, dann braucht er auch keine Brille. Es ist also jemand ge- wesen, der keine Brille hat und nichts sieht. Aber wenn er keine Brille hat und nichts sieht, dann kann er die Brille ja gar nicht sehen. Da sie keiner weggenommen hat, der eine Brille hat, weil der braucht keine mehr, und da aber der, der keine Brille hat, ent- weder sehen kann, und dann braucht er keine Brille, oder nicht sehen kann, dann kann er aber auch die Brille nicht sehen, und die Brille aber auch nicht weggelaufen sein kann, muß sie noch da sein! Ich sehe sie aber nirgends. Wo ist sie nur? Auf dem Tisch liegt sie nicht, auf der Kommode nicht, auf dem Bett...

Moment mal, woher weiß ich eigentlich, daß sie nirgends liegt? Weil ich es sehe. Ich sehe? Ohne Brille kann ich doch gar nicht sehen! Also hab ich doch eine Brille auf. Entweder ist das jetzt eine fremde Brille oder meine eigene. Da es aber ausge- schlossen ist, daß ich eine fremde Brille auf der Nase habe, ist es meine Brille - richtig, da ist sie ja!

Der Rabbi beendet damit seine Analyse und sagt dankbar: »Gesegnet sei der Allmächtige, der mir die Möglichkeit gab, die Weisheit des Talmud zu beherrschen, durch die ich meine Brille wiederfinden konnte.«

Der Finger, der auf den Mond zeigt, bleibt immer der Finger und wird nie zum Mond.* Zen-Buddhismus


Paradox

Um das vollständige und vollkommene Bewußtsein dieser Welt in all ihren Einzelheiten zu erlangen, muß man zuerst keine persönliche Reaktion auf irgendeine dieser Einzelheiten mehr haben, nicht einmal eine spirituelle Vorliebe, wie sie sein sollten. Mit anderen Worten, eine vollkommene Annahme in völliger Neutralität und Gleichgültigkeit ist die unerläßliche Bedingung für ein Wissen durch uneingeschränkte Vereinigung. Wenn eine Einzelheit, so klein sie auch sein mag, der Neutralität entgeht, so entgeht diese Kleinigkeit auch der Vereinigung. Die Abwesenheit von persönlichen Reaktionen, zu welchem Ziel sie auch dienen, selbst zum höchsten, ist eine unerläßliche Voraussetzung für ein vollkommenes Wissen. Paradoxerweise könnte man also sagen, daß wir nur das wissen können, was uns nicht interessiert, oder genauer, was uns nicht persönlich betrifft.

*Mira Alfassa

Self-giving means The unmasking Of the golden face of the future. *Sri Chinmoy





Rose-Road

Recht & Unrecht

Die Tatsache, dass wir meinen, selber im Recht zu sein und jeden anderen für im Unrecht halten, ist das größte aller Hindernisse auf dem Weg zur Einheit.

*Abdul Baha

Ohne die Wonne

Rabbi Schlomo von Karlin sprach: Wer alle Gebote der Thora erfüllte, aber den Brand der heiligen Wonne hat er dabei nicht verspürt, wenn der in jene Welt kommt, öffnet man ihm zwar das Paradies; weil er aber auf dieser Welt den Brand der Wonne nicht verspürt hat, verspürt er auch die Wonne des Paradieses nicht. Ist er nun ein Narr und beschwert sich und brummt: ‚Und da machen sie so viel Wesens aus dem Paradies!‘, schon ist er hinausgeschmissen. Hat er aber Einsicht, dann wandert er selber hinaus und zum Zaddik, und der lehrt die arme Seele die Wonne verspüren.“

*Martin Buber, Die Erzählungen der Chassidim

Meine Freude

Meine Freude
Mein Sehnen
Mein Heiligtum
Mein Freund
Mein Reiseproviant
Mein letztliches Ende
Du bist mein Geist und meine Hoffnung.
Du bist mein Sehnen.
Du bist alles Gute für mich.
Ohne Dich - o, mein Leben, meine Liebe
Wäre ich niemals durch all diese
Endlosen Länder  gewandert.
Wie viele Geschenke und Gnaden hast Du mir gegönnt !
Wie oft hast Du mir Deine Gunst durch Deine Hand gewährt!
In allen Richtungen suche ich nach Deiner Liebe,
Dann plötzlich brennt ihr Segen in mir.
O Gebieter meines Herzens
Strahlendes Auge des Sehnens in meiner Brust
Niemals, solange ich lebe,
Werde ich von Dir frei sein.
Sei nur mit mir zufrieden,
Leben meines Herzens,
und ich bin zufrieden.

*Rabia

http://de.wikipedia.org/Rabia_Adawiyya_al-Qaysiyya


Möglichkeit zur inneren Entwicklung


Die Sufis sagen, dass fast jeder Mensch mit der Möglichkeit zur inneren Entwicklung geboren wird, doch dass seine Eltern und seine Umgebung ihn zu einem Juden, einem Christen, einem Hindu oder einem Magier machen und dass er schon bald Vorurteile erwirbt und ungeachtet seiner eigenen Erfahrungen und Überlegungen das akzeptiert, was die anderen sagen. Das wird sein Hindernis. Wenn ein „Gläubiger“ – einer, der an sich gearbeitet hat – stirbt, geht seine Seele in jenen Himmel ein, der dem Zustand der Vollkommenheit entspricht, den sie erlangt hat. Doch gleichgültig, über wieviel „Wissen“ ein Mensch verfügt – solange er sich nicht gewissenhaft geprüft und sich eingestanden hat, dass er in Wirklichkeit gar nichts weiss, ist alles, was er erworben hat, nichts weiter als „der Wind in seiner Hand“.

*C.S. Nott, Nachwort zu Farid Ud-Din Attars „The Conference of the Birds“

Leuchten

O Sohn des Seins! Du bist Meine Lampe, und Mein Leuchten ist in dir. Entnimm daraus dein Licht und suche niemanden als Mich, denn Ich habe dich reich erschaffen und Meine Gunst über dich ergossen.

*Verborgene Worte (Baha'ullah)

unbeschwert und frei



Weil es nichts zu erreichen gibt,
leben Bodhisattvas Prajna Paramita
und ihr Geist ist unbeschwert und frei von Angst.

*Herz-Sutra oder Sutra der höchsten Weisheit

(Prajñāpāramitā; aus prajna: „Weisheit“ und paramita: wörtl. „anderes Ufer“)

Zen - Tempel des ewigen Friedens

Zwei Wege

Frage: Wenn die Natur (= Schöpfer) sowieso macht, was sie muss, wieso sollten wir dann dagegen kämpfen? Wir erreichen doch ohnehin unser Ziel, unseren weiterentwickelteren Zustand.

Antwort: Die Propheten haben uns unsere Zukunft vorhergesagt. Ein Prophet ist ein Mensch, der in einer offenen Beziehung mit dem Schöpfer ist, da er die Eigenschaft des Gebens und der Liebe erreicht hat. Und er kann zwischen sich und den anderen eine Verbindung schaffen, die dem Schöpfer ähnelt. Und in der Gleichheit der Form mit dem Schöpfer empfängt er alles, was in der höheren Welt existiert: Der Plan des Schöpfers. Deswegen existiert für ihn keine Zeit und er weiß im voraus, was passiert.

Wenn es so ist, wieso spielt es eine Rolle, was wir tun oder lassen sollten? Weil es zwei Wege zum Ziel gibt. Der eine Weg ist der Weg des Leidens, wenn wir nicht nach Entwicklung, nicht nach der richtigen Verbindung zwischen uns streben, um diese Methode der Verbindung an die Völker der Erde weiterzugeben und so zum Licht für sie zu werden. Dann übt die Natur Druck auf uns aus, mit Katastrophen und anderen Schlägen.

Der zweite Weg ist der Weg des Lichts oder der Tora. Wenn wir uns mit der Hilfe des Lichts korrigieren, das auf uns herabstrahlt und das uns zum Guten und zur Liebe führt.

Die beiden Wege führen uns zu einem vollkommenen, ewigen Zustand – aber auf unterschiedliche Weise. Und wir können selber sehen, wie wir darauf zusteuern und was uns erwartet. Deswegen versuche ich alle zu erreichen, damit wir vom Weg des Leidens auf den Weg des Lichts, der Tora und des Strebens umsteigen.

Die Propheten haben uns den Weg gezeigt, der nicht von unseren Taten abhängig ist; mit anderen Worten all die schrecklichen Geschehnisse, die uns zustoßen, wenn wir den guten Weg nicht wählen. Wir können aber fortschreiten, wenigstens etwas korrigierend. Und das wiederum hängt von uns ab!

*Rav M. Laitman


Wer erkannte den Meister ?




Die Sufis machen öfter darauf aufmerksam, dass die den Autoritätspersonen entgegengebrachte Achtung oft ein Produkt von Gefühl, Propaganda oder schlechter Beobachtung darstellt. Hilali, der im 16. Jahrhundert lebende Lehrer von Samerkand, pflegte diese Lehre mittels unmittelbarer Darstellung zu veranschaulichen. Es wird von volgenden Vorfällen berrichtet:



Hilali, von fünf seiner Schüler begleitet, befand sich auf einer Reise quer durch Zentralasien. Als sie Balkh erreichten und ihnen eine Deligation der bedeutendsten Leute der Stadt entgegenkam, um den Meister zu begrüßen, sprach Hilali zu Jusuf: „Sei du der Meister“ Jusuf wurde empfangen und geehrt. Bald gab es Gerüchte über Wunder, die er vollbracht habe, indem er sich mit gewissen Kranken unter demselben Dach befand. „Das ist das, von dem die Leute glauben, dass es das Derwischtum sei; wir aber wissen, dass dem nicht so ist“, sagte Hilali.


In Surkhan betraten die Gefährten, alle gleich gekleidet, die Stadt. Keiner hatte den Vortritt. „Welcher ist der große Meister?“, fragte das Oberhaubt der Stadt. „Ich bin es“, erwiederte Hilali. Sogleich warfen sich die Leute auf die Knie und riefen: „Wir erkannten ihn an dem Licht in seinen Augen.“ Hilali sprach zu seinen Gefährten: „Zieht eine Lehre daraus“.


Als sie Kandahar erreichten, wurde ihnen von Sardar, dem Oberhaupt, ein Gastmahl geboten, bei dem sich alle im Kreis niedersetzten. Hilali hatte angeordnet, dass man ihn als Geringsten der Jünger behandeln solle, Jafar aber als den Meister. Nun sprach aber Sardar, das Oberhaupt: „Wahrlich, dieser Geringste eurer Gefährten leuchtet mit innerem Licht, was auch immer ihr von ihm sagen mögt, ich betrachte ihn als das magnetische Zentrum des Zeitalters.“ Alle begrüßten Hilali, der anerkennen musste, dass Sardar – obwohl er ein Herrscher war – auch die Fähigkeit besaß, jene Dinge wahrzunehmen, deren die Menschen nicht gewahr werden.

Im Frieden..

Im Frieden, im Schweigen und in Ruhe ist die Welt erschaffen worden, und wann immer etwas wahrhaft zu erschaffen ist, muss es gleichfalls im Frieden, im Schweigen und in der Ruhe geschehen. Von großem Unwissen zeugt die Ansicht, man müsse vom Morgen bis zum Abend rastlos alle möglichen nichtigen Dinge betreiben, um etwas für die Welt zu vollbringen. Um das Ausmaß der Täuschung zu sehen genügt es, von diesen stürmischen Kräften einen Schritt Abstand zu nehmen und in die ruhigen Regionen einzutreten ! Von dort aus sieht die Menschheit wie eine Masse blinder Geschöpfe aus, die in alle Richtungen hetzen, ohne zu wissen, was sie tun und warum sie es tun, und ständig übereinander stolpern und zusammenstoßen. Und das nennen sie Tätigkeit und Leben! Es ist bloß leere Betriebsamkeit, gewiss kein wirkliches Tätigsein und auch kein wahres Leben. Ich sagte einmal, man müsse, um nutzbringend zehn Minuten lang zu reden, zehn Tage lang ruhig bleiben. Ich könnte hinzufügen: um einen Tag lang nützlich zu handeln, muss man sich ein Jahr lang ruhig verhalten. Natürlich spreche ich nicht von den gewöhnlichen Verrichtungen des täglichen Lebens, denn die sind nötig, es aufrechtzuerhalten. Das Schweigen, von dem ich spreche, ist die innere Gelassenheit, die nur jene haben, die handeln können, ohne sich mit ihrer Tätigkeit gleichzusetzen und sich in ihr zu verlieren, vom Lärm ihres eigenen Treibens betrübt und geblendet. Haltet euch über eurem Tun, steigt auf eine Höhe, die diese zeitlichen Bewegungen überragt, tretet in das Bewusstsein der Ewigkeit ein. Dann werdet ihr wissen, was wirkliches Handeln ist.

*Mira Alfassa

Liebende sehen die Dinge so, wie sie wirklich sind. Denn sie sehen mit der Klarheit des göttlichen Lichts, und ihre Liebe spricht die Mängel frei. *Rumi

Wenn der Sufi sagt: "Ich bin Gott", meinen die Leute, das sei ein überheblicher Anspruch. "Ich bin Gott" zeugt jedoch von ungeheurer Demut, denn jener, der da sagt: "Ich bin Gottes Knecht", weist zwei Leben nach: sein eigenes und Gottes Leben. Aber jener, der "Ich bin Gott" sagt, hat sein Leben ausgelöscht. Das heißt, er sagt: Er ist alles; es gibt nichts außer Ihn; ich bin ganz von Ihm umfangen. Hierin liegt größere Demut, und das wird von den Menschen nicht begriffen.

Wenn sich ein Mann Gott unterwirft, dann ist immer noch seine Leibeigenschaft eine Schranke; zwar sieht er Gott, doch sieht er auch sich selbst. Darum ist er nicht gänzlich in der Flut versunken; derjenige ist ganz in der Flut versunken, in dem keinerlei Bewegung ist, aber dessen Bewegung die Bewegung der Flut ist.   

*Gedichte aus dem Diwan des Shams-i-Täbris und andere Texte ~ Rumi

Vergiss Ihn nicht!

Frage: 
Wenn ich mir vorstellen würde, dass alles, was mit mir passiert, der Schöpfer macht, werde ich mich über Ihn die ganze Zeit ärgern. Früher habe ich mich über die Menschen in meiner Umgebung geärgert, denkend, dass sie an allen meinen Problemen schuld sind. Wenn es niemanden, außer dem Schöpfer gibt, heißt das, dass ich Ihn hassen muss?

Antwort: 
Bleibe ruhig, es ist normal. Das ist ohne Bedeutung, wie du dich zum Schöpfer verhältst, Hauptsache, denke an Ihn die ganze Zeit, vergiss Ihn nicht! Es ist nicht wichtig, wie du dich jetzt zu Ihm verhältst: gut oder schlecht, es liegt hauptsächlich an Ihm, sich die ganze Zeit zu erinnern. Der Schöpfer will, dass der Mensch mit Ihm in Verbindung ist: damit nicht der Schöpfer mit dem Menschen, sondern der Mensch mit dem Schöpfer diese Verbindung sucht. Der Mensch muss sich jedes Mal nur den Schöpfer vorstellen, der gut ist und das Gute schafft. Das sind zwei Parameter, zwei Eigenschaften, mit denen es möglich ist, den Schöpfer zu empfinden. Ich habe nur den Schöpfer um mich herum, und die ganze Welt ist seine äußerliche Erscheinungsform, wie die Schauspieler in einer Vorstellung, die sich nach dem Vorhaben des Regisseurs bewegen.

Quelle: www.laitman.de/vergies-ihn-nicht

There was a time..





There was a time
when I stumbled and stumbled,
But now I only climb and climb beyond
And far beyond my Goal’s endless Beyond.
And yet my Captain commands: “Go on, go on!”

*Sri Chinmoy

www.srichinmoysongs.com

There was a time...

Augenblick

Jeder Mensch kann aufwachen und sich wandeln,
von einem Augenblick zum anderen.

*James Redfield (Die zwölfte Prophezeiung von Celestine)

Der Diamant

Ein weiser Mann hatte den Rand seines Dorfes erreicht und ließ sich unter einem Baum nieder, um dort die Nacht zu verbringen, als ein Dorfbewohner angerannt kam und sagt: „Der Stein! Der Stein! Gib mir den kostbaren Stein!" „Welchen Stein?" fragte der weise Mann.„Letzte Nacht erschien mir Gott Shiva im Traum", sagte der Dörfler, „und sagte mir, ich würde bei Einbruch der Dunkelheit am Dorfrand einen weisen Mann finden, der mir einen kostbaren Stein geben würde, so dass ich für immer reich wäre." Der weise Mann durchwühlte seinen Sack und zog einen Stein heraus."Wahrscheinlich meinte er diesen hier", sagte er, als er dem Dörfler den Stein gab. „Ich fand ihn vor einigen Tagen auf einem Waldweg. Du kannst ihn natürlich haben."Staunend betrachtete der Mann den Stein. Es war ein Diamant. Wahrscheinlich der größte Diamant der Welt, denn er war so groß wie ein menschlicher Kopf. Er nahm den Diamanten und ging weg. Die ganze Nacht wälzte er sich im Bett und konnte nicht schlafen. Am nächsten Tag weckte er den weisen Mann bei Anbruch der Dämmerung und sagte: „Gib mir den Reichtum, der es dir ermöglicht, diesen Diamanten so leichten Herzens wegzugeben."

http://spirituelle-kurz-geschichten.pdf

Das Geheimnis des Schlafes

Rabbi Sussjas jüngerer Sohn sprach: „Die Zaddikim, die in ihrem Dienst immer wieder von Heiligtum zu Heiligtum und von Welt zu Welt gehen, müssen zuvor Mal und Mal ihr Leben von sich werfen, um einen neuen Geist zu empfangen, daß eine neue Erleuchtung sie Mal um Mal überschwebe. Und dies ist das Geheimnis des Schlafes.“