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das körperlose Unendliche

Vermagst du Gott als das körperlose Unendliche zu sehen und Ihn dennoch so zu lieben wie ein Mann seine Geliebte? Dann ist dir die höchste Wahrheit des Unendlichen enthüllt worden. Vermagst du den Unendlichen auch in einen Körper zu kleiden, den man umarmen kann, und Ihn in jedem einzelnen dieser sicht- und greifbaren Leiber zu sehen? Dann ist auch Seine weiteste und tiefste Wahrheit in deinen Besitz gelangt.

*Sri Aurobindo

Meine Liebe

"Meine Liebe wird dich jagen durch die Welt, verfolgen will ich dich durch die Jahrhunderte, kein Schild soll dich schirmen, keine Unwissenheit dich schützen, nirgendwo wirst du verborgen bleiben meinen lebendigen Augen, nirgendwohin entkommen können meinem göttlichen Verlangen."

*Sri Aurobindo - Savitri

die kleinen Anfänge


Der erfahrene Yogi weiß, dass die kleinen Anfänge von höchster Wichtigkeit sind, dass sie der Pflege bedürfen und ihrer Entwicklung mit großer Geduld stattgegeben werden muss. Er weiß zum Beispiel, dass die neutrale, für den vitalen Eifer des Sadhaks so unbefriedigende Ruhe der erste Schritt zu jenem Frieden ist, der alles Verstehen übersteigt, dass der feine Strom oder Schauer inneren Entzückens das erste Rinnsal des Ozeans Ananda ist; er weiß, dass das Spiel der Lichter oder Farben der Schlüssel zu den Türen der inneren Schau und Erfahrung ist, dass die Herabkunft, die den Körper in konzentriertem Schweigen erstarren lässt, die erste Berührung von etwas ist, an dessen Ende die Göttliche Gegenwart steht.  

*Sri Aurobindo

Wenn dein Ziel groß ist..

Wenn dein Ziel groß ist und deine Mittel klein,
handle trotzdem. Durch dein Handeln allein
werden auch deine Mittel wachsen.

*Sri Aurobindo

Tor im Himmel

Alles in ihr wies auf eine edlere Art hin.
Der Weite der Erde nahe, mit dem Himmel vertraut,
Durchwanderte erhaben und schnell ihr junger weitschauender Geist
Die Welten voller Herrlichkeit und Ruhe
Und überflog des Denkens Wege zu ungeborenen Dingen.
Glühend war ihr selbstsicherer und fester Wille;
Ihr Mental, ein Meer weißer Aufrichtigkeit,
Floss voll Leidenschaft, ohne eine trübe Woge.
Wie in einem mystischen und dynamischen Tanz
Eine Priesterin von makellosen Ekstasen,
Inspiriert und gelenkt vom enthüllten Gewölbe der Wahrheit,
Sich in einer Prophezeiungsgrotte der Götter bewegt,
Bewohnte ein Herz des Schweigens in den Händen der Freude
Mit einem reichen schöpferischen Pulsschlag
Einen Körper gleich dem Gleichnis der Morgendämmerung,
Der wie eine Nische schien für verhüllte Göttlichkeit
Oder ein goldenes Tempeltor zu jenseitigen Dingen.
Unsterbliche Rhythmen wiegten sich in ihren zeitgeborenen Schritten;
Ihr Blick, ihr Lächeln weckten himmlisches Gefühl Sogar im Erdenstoff,
Und deren intensive Seligkeit Verströmte in das Leben der Menschen
eine Schönheit übernatürlicher Art.
Ein weites Sich-selbst-geben war ihr angeborenes Handeln;
Eine Großherzigkeit gleich dem des Meeres oder dem des Himmels
Umgab mit ihrer Größe alle, die da kamen,
Und gab ein Gefühl wie von einer höheren Welt.
Ihr freundliches Umsorgen war ein lieblich-milder Sonnenschein,
Ihre hohe Leidenschaft die Ausgeglichenheit eines blauen Himmels.
Wie eine Seele fliegen wird, gejagtem Vogel gleich,
Entfliehend mit müden Flügeln einer stürmischen Welt
Und Ruhe findend gleichsam einer erinnerten Brust,
Konnte man in einem sicheren Hafen und herrlich sanfter Ruhe
Wieder Leben in Strömen von Honigfeuer trinken,
Die verlorene Gewohnheit von Glück zurückgewinnen,
Die wunderbare Umgebung ihrer strahlenden Natur erfühlen
Und Freude aus ihrer warmen und farbigen Herrschaft schöpfen.
Eine Tiefe von Mitgefühl, ein stiller Zufluchtsort,
Ihre innere Hilfe schloss ein Tor im Himmel auf;
In ihr war Liebe weiter als das Universum,
Die ganze Welt konnte Zuflucht nehmen in ihrem einen Herzen.

*Sri Aurobindo (Savitri)

Ich wußte, das mein Geist gemeistert war, als er die Schönheit des Häßlichen bewunderte und dennoch vollkommen verstand, warum andere vor ihm zurückschraken oder es hassten. *Sri Aurobindo

"Zieht Gott mich dem Himmel zu, dann muß ich, auch wenn Seine andere Hand mich in der Hölle festhalten will, mich dennoch nach oben kämpfen."
 
"Gräme ich mich über Mißgeschick und nenne es schlecht, oder bin ich kleinmütig und enttäuscht, dann weiß ich, der ewige Tor ist wieder in mir erwacht"

*Sri Aurobindo

Niedergeschlagenheit

Möchten Teile von dir sich in Niedergeschlagenheit und Schwäche verlieben, dann denke: "Ich bin Bachus und Ares und Apollo, ich bin der lautere und unbesiegliche Agni, ich bin der immer mächtig brennende Surja."

*Sri Aurobindo

Das eine Unerläßliche ist, sich festzuhalten und durchzuhalten, bis die Stunde des Lichtes kommt. *Sri Aurobindo

Gebe nicht nach, halte stand.
Wenn alles verloren scheint,
genau dann wird alles gerettet.

*Mira Alfassa

Kaskaden des Lichts



Alle Welt sehnt sich nach Freiheit,
und doch ist jedes Geschöpf in seine Ketten verliebt;
das ist der Urwiderspruch,
der fast unentwirrbare Knoten unserer Natur.
*Sri Aurobindo ~ Kaskaden des Lichts 

*

Sich in Grenzen bewegen: Mensch.
Sich ohne Grenzen bewegen: Heiliger.
Sowohl die Grenzen als auch das Grenzenlose
hinter sich lassen - unergründliche Gedanken.
*Kabir
 

 

Löwenseele

"Nietzsche sah den Höheren Menschen als Löwenseele, die aus dem Kamel heraustritt; doch das wahre Wappen und Zeichen des Höheren Menschen ist der Löwe, auf dem Kamel sitzend, das auf der Kuh des Überflusses steht. Kannst du nicht Knecht der ganzen Menschheit sein, so bist du nicht fähig, ihr Herr zu sein; und kannst du nicht deine Natur gleichsam zu Wasischtas Kuh des Überflusses machen, aus deren Euter die ganze Menscheit ziehen kann, was sie braucht, was nützt dann dein löwenhaftes Übermenschentum?" 

 *Sri Aurobindo


"Knecht der ganzen Menschheit sein bedeutet, ihr zu dienen bereit sein; zur Kuh des Überflusses werden heißt, all die Kräfte, Lichter und Mächte in Fülle austeilen, deren die Menschheit bedarf, um aus ihrem Unwissen und Unvermögen herauszukommen; denn andernfalls wäre ein Übermensch eher eine Bürde als eine Hilfe für die Erde."


"Der Mensch hat ein Recht auf Glückseligkeit, weil er dazu geschaffen worden ist. Doch jede ichbezogene Regung ist gerade das Gegenteil dieser Glückseligkeit. Sucht man sie also für sich allein, so stößt man sie von sich, anstatt sie anzuziehen. Im Selbstvergessen, in der Selbsthingabe, ohne etwas dafür zu verlangen, indem man sozusagen in dieser Glückseligkeit selbst dahinschwindet, damit sie über allen erstrahle, findet man den inneren Frieden und die Freude, die einen nie verlassen."

*Mira Alfassa

Das Durchdringen des Schleiers

Das Durchdringen des Schleiers zwischen dem äußeren Bewusstsein und dem inneren Wesen ist eine der entscheidenden Bewegungen im Yoga. Denn Yoga bedeutet Einung mit dem Göttlichen, er bedeutet aber auch, dass du dir als erstes deines inneren Selbstes und dann deines höheren Selbstes bewusst wirst: eine nach innen gewandte und eine nach oben gewandte Bewegung. Tatsächlich kannst du nur durch das Erwachen und Hervortreten des inneren Wesens zur Einung mit dem Göttlichen gelangen.

*Sri Aurobindo 




Drei Schritte der Selbstverwirklichung und die dreifache Umwandlung

Das spirituelle Wissen des Selbstes wird in drei Schritten erzielt, die zur gleichen Zeit drei Teile des einen Wissens sind. Der erste ist die Entdeckung der Seele, nicht der äußeren Seele des Denkens und Fühlens und Begehrens, sondern der geheimen seelischen Wesenheit, des göttlichen Elementes in uns. Wenn diese die menschliche Natur beherrscht, wenn wir bewusst die Seele sind, und wenn Mental, Leben und Körper ihren wahren Platz als deren Instrumente einnehmen, werden wir uns eines inneren Lenkers bewusst, der die Wahrheit kennt, das Gute, das wahre Entzücken und die wahre Schönheit des Daseins, der Herz und Verstand durch sein Iichthaftes Gesetz kontrolliert, und unser Leben und Sein zu spiritueller Vollständigkeit führt.

Dann haben wir selbst in dem dunklen Wirken der Unwissenheit einen Zeugen, der unterscheidet, ein lebendiges Licht, das erleuchtet, einen Willen, der es zurückweist, verleitet zu werden, und der die Wahrheit des Mentals von seinem Irren trennt, des Herzens innigen Widerhall von seinem Vibrieren, wenn ein falscher Ruf, eine falsche Forderung, an es ergeht, des Lebens wahre Glut und Fülle von der Regung vitaler Leidenschaft und den trüben Falschheiten unserer vitalen Natur mit ihrem dunklen Selbstsuchen. Dies ist der erste Schritt der Selbstverwirklichung, die Inthronisation der Seele, des göttlichen, seelischen Individuums an Stelle des Egos.

Der nächste Schritt ist, sich des ewigen Selbstes in uns bewusst zu werden, ungeboren und eins mit dem Selbst aller Wesen. Diese Selbstverwirklichung befreit und macht allumfassend; auch wenn unsere Tätigkeit noch in der Dynamik der Unwissenheit weitergeht, bindet oder verleitet sie uns nicht länger, weil unser inneres Wesen im Licht der Selbsterkenntnis ruht. Der dritte Schritt ist, das Göttliche Wesen zu kennen, das gleichzeitig unser höchstes transzendentes Selbst ist, das Kosmische Wesen, die Grundlage unserer Universalität und der Gottheit im Inneren, von der unser seelisches Wesen – die wahre, sich entfaltende Individualität in unserer Natur – ein Teil ist, ein Funke, eine Flamme, die in das ewige Feuer wächst, von dem sie entzündet wurde, und deren ewig währender Zeuge sie in uns ist, das bewusste Instrument seines Lichtes, seiner Macht und Freude und Schönheit.

*Sri Aurobindo

Das Auge des Yogi

Das Auge des Yogi sieht nicht allein die äußeren Ereignisse, Personen und Ursachen, sondern die ungeheuren Kräfte, die diese ins Tun stürzen. Wenn man gewöhnt ist, hinter die Dinge zu sehen, wird man nicht länger durch äußere Aspekte berühert oder gar eine Lösung von politischen, institutionellen oder sozialen Veränderungen erwarten; der einzige Ausweg ist das Herabkommen eines Bewußtseins, das nicht das Spielzeug dieser Kräfte ist, sondern größer als sie, und das sie dazu zwingen kann, sich zu wandeln oder zu verschwinden.

*Sri Aurobindo



 

Materialismus

Materialismus kann in seinem Kern nicht spirituell sein, da seine grundlegenden Methoden, etwas durchzuführen, genau das Gegenteil der spirituellen Methoden sind. Spiritualität wirkt von innen nach außen, Materialismus von außen nach innen. Der Materialismus sucht die Menschheit durch äußere Mittel zu »vervollkommnen«, und eine seiner Hauptbestrebungen ist es, eine vollkommene soziale Gesellschaftsordnung zu schaffen, welche die Menschen dazu erzieht und verpflichtet, so zu sein, wie sie sein soll-ten. Spiritualität hingegen bedeutet, dass der Geist, das Vitale und der Körper sich der innersten Seele öffnen, dem höheren Selbst, dem Göttlichen, dass sie sich spirituellen Kräften unterordnen und als Kanäle des inneren Lichtes, des höheren Wissens und der höheren Kraft dienen.

*Sri Aurobindo

Handbuch des integralen Yoga:
 https://aurobindo.ru/workings/integral_yoga.pdf

Angezogen von tausend weltlichen Wünschen, verstrickt in vielerlei Aktivitäten und eingetaucht in das Dunkel der Unwissenheit...



»Als ich noch im Schlaf der Unwissenheit lag,
kam ich einmal an einen Ort der Andacht
voller heiliger Männer;
ihre Gesellschaft war mir langweilig
und ihr Haus ein Gefängnis.
Als ich erwachte, führte Gott mich in ein Gefängnis.
Er verwandelte es in einen Ort der Andacht,
wo ich Ihm begegnete.«
*Sri Aurobindo




Es war am 1. Mai 1908, einem Freitag. Ich hielt mich im Redaktionsbüro der Bande Mataram auf, als man mir ein Telegramm aus Muzaffarpur überreichte. Es informierte über ein Bombenattentat in dieser Stadt, bei dem zwei europäische Damen getötet worden waren. In der Tagesausgabe des Empire las ich dann, daß der Polizeichef gesagt habe, er kenne die Leute, die in den Mord verwickelt seien, und sie würden bald unter Arrest gestellt werden. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich nicht, daß ich selbst die Hauptzielscheibe des Verdachtes war und die Polizei mich für den eigentlichen Mörder, Attentäter und Führer der jungen Terroristen und Revolutionäre hielt. Ich ahnte auch nicht, daß an diesem Tage ein Abschnitt meines Lebens zu Ende ging, daß ein Jahr Gefangenschaft vor mir lag, in dem all meine gesellschaftlichen Bindungen aufgelöst würden, ein ganzes Jahr, in dem ich, aus der Gesellschaft verbannt, wie ein Tier in einem Käfig zu leben haben würde. Und wenn ich am Ende aus dem »Ashram« von Alipur wieder in die Welt der Aktivität zurückkehrte, so würde das nicht mehr der frühere Aurobindo Ghose sein, sondern ein anderer Mensch mit anderem Charakter, anderer Intelligenz, mit neuer Kraft an Leben und Geist und betraut mit einer neuen Aufgabe.

Ich habe von einem Jahr Gefangenschaft gesprochen. Es wäre angemessener, von einem Jahr in einem Ashram oder einer Einsiedelei zu sprechen. Lange schon hatte ich mich leidenschaftlich bemüht, Gott in meinem Herzen zu finden, IHN, Narayana* von Angesicht zu Angesicht zu schauen; ich hatte sogar die kühne Hoffnung gehegt, Purushottama, den Herrn der Welt, als Freund und Meister zu gewinnen. Aber angezogen von tausend weltlichen Wünschen, verstrickt in vielerlei Aktivitäten und eingetaucht in das Dunkel der Unwissenheit, habe ich das nicht erreicht. Letzten Endes aber erleichterte mir Vishnu, der allerbarmherzigste Herr und die Quelle alles Guten, diese Aufgabe, indem er mir all diese Feinde mit einem Schlag aus dem Wege räumte. Er Selbst bestimmte einen Ashram für Seinen Yoga und kam persönlich, um diese kleine Eremitage meiner spirituellen Disziplin mit mir zu teilen, Er, mein Guru und mein Gefährte. Dieser Ashram war das britische Gefängnis. Ich habe in meinem Leben schon häufiger die seltsame Erfahrung gemacht, daß die Dienste, die meine Freunde mir in bester Absicht erwiesen, nie so wertvoll waren wie jene meiner Feinde - aber soll ich die letzteren so nennen, da ich doch gar keine »Feinde« habe? Sie wollten mir Böses zufügen, aus dem doch nichts als Gutes entstand. So ergab sich aus dem Zorn der britischen Regierung nur das eine, daß ich Gott fand.

(*Narayana - ein Name des Gottes Vishnu)

*Sri Aurobindo - Tagebuch einer Gefangenschaft

http://aurobindo.ru/tagebuch_einer_gefangenschaft.pdf 

Die einzige Arbeit...

Die einzige Arbeit, die spirituell läutert, ist jene, die ohne persönliche Beweggründe verrichtet, ohne Ruhm, öffentliche Anerkennung oder Einfluß in der Welt zu erstreben, ohne auf eigenen mentalen Beweggründen, vitalen Freuden und Forderungen oder materiellen Vorteilen zu bestehen, ohne Eitelkeit oder Geltungstrieb oder Anspruch auf Stellung und Ansehen, sondern ausschließlich um des Göttlichen willen und auf dessen Befehl getan wird.

*Sri Aurobindo - Licht auf Yoga 

Ich werde

Ich werde zu dem, was ich in mir sehe. Alles was das Denken mir eingibt, kann ich tun; Alles was das Denken mir eröffnet, kann ich werden. So sollte des Menschen unerschütterlicher Glaube an sich selbst beschaffen sein. Denn Gott wohnt in ihm.  

*Sri Aurobindo (1872 – 1950)

Fate shall be changed by an unchanging will. *Sri Aurobindo (Savitri)

 *

"Beharre in deiner Sehnsucht, 
und sie wird in Erfüllung gehen."

*

"Alles hängt ab von der Intensität des Glaubens 
und der Festigkeit der wahren Haltung."

*

"Alles kommt zu seiner Zeit,
bewahre geduldiges Vertrauen, 
und alles wird gut gehn."

*Mira Alfassa