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Gefäß des Heiligen Geistes
Kahlil Gibran, der berühmte libanesische Dichter, schrieb über sein Treffen mit 'Abdu'l-Bahá: "Zum ersten Mal sah ich eine Gestalt, die edel genug war, Gefäß des Heiligen Geistes zu sein."
Der Schleier
Der Schleier, der eure Augen umwölkt, wird gehoben werden von den Händen, die ihn webten, Und der Lehm, der eure Ohren füllt, wird durchbohrt werden von den Fingern, die ihn kneteten. Und ihr werdet sehen. Und ihr werdet hören. Doch werdet ihr nicht beklagen, die Blindheit gekannt zu haben, noch bedauern, taub gewesen zu sein. Denn an jenem Tag werdet ihr den verborgenen Sinn in allen Dingen erkennen, und ihr werdet die Dunkelheit preisen, wie das Licht.
*Khalil Gibran
Khalil Gibran - Zitate
"Mit einer Weisheit, die keine Träne kennt, mit einer Philosophie, die nicht zu lachen versteht, und einer Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt, will ich nichts zu tun haben.""Wie fern bin ich den Menschen, wenn ich bei ihnen weile, und wie nahe, wenn ich fern von ihnen bin."
"Im Herbst sammelte ich alle meine Sorgen und vergrub sie in meinem Garten. Als der Frühling wiederkehrte um die Erde zu heiraten, da wuchsen in meinem Garten wunderschöne Blumen."
"Die Schwierigkeiten, auf die wir stoßen, wenn wir ein Ziel zu erlangen trachten, sind der kürzeste Weg zu ihm."
*Khalil Gibran (1883 - 1931)
Von der Liebe
Da sprach Almitra: „Rede uns von der Liebe.“
Und er erhob das Haupt und blickte auf die Menge.
Und es fiel ein Schweigen über sie.
Und die große Stimme sprach also:
„Winkt dir die Liebe, so folge ihr,
sind auch ihre Wege hart und steil.
Und umfahn dich ihre Flügel, so ergib dich ihr,
mag auch das unterm Gefieder verborgne Schwert dich verwunden.
Und redet sie mit dir, so trau ihrem Wort,
mag auch ihre Stimme deine Träume erschüttern,
wie der Nordwind den Garten verwüstet.
Denn gleich wie die Liebe dich krönt, so wird sie dich kreuzigen,
wie sie deinen Lebensbaum entfaltet, so wird sie ihn beschneiden.
Wie sie emporsteigt zu deiner Höhe
und die zartesten Zweige liebkost, die in der Sonne erbeben,
ebenso wird sie hinabsteigen zu deinen Wurzeln
und sie aufrütteln in ihrem Festklammern am Erdboden.
Gleich Garben von Korn rafft sie dich an sich.
Sie drischt dich, um dich zu entblößen.
Sie siebt dich, um dich von Spreu zu befrein.
Sie zermalmt dich, bis du weiß wirst,
sie knetet dich, bis du geschmeidig bist.
Und dann beruft sie dich an ihr heil‘ges Feuer,
auf daß du heil´ges Brot werdest zu Gottes heil´gem Festmahl.
All dies soll die Liebe dir antun,
auf daß du kennest das Geheime deines Herzens und in diesem Wissen ein Bruchteil wirst vom Herzen des Lebens.
Doch suchest du in deiner Angst nur der Liebe Ruh‘ und der Liebe Lust,
dann tätest du besser, deine Nacktheit zu verhüllen
und der Liebe Tenne zu entfliehn,
in die schale Welt, wo du wirst lachen,
doch nicht ein ganzes Leben, und weinen,
doch nicht all deine Tränen.
Liebe gibt nichts als sich selber und nimmt nichts aus sich selbst heraus.
Liebe besitzet nicht und läßt sich nicht besitzen;
denn Liebe genügt der Liebe.
Wenn du liebst, so sage nicht: „Gott in meinem Herzen“,
sag‘ lieber: „Ich bin in Gottes Herzen.“
Und denke nicht, du könntest der Liebe Lauf lenken;
denn Liebe, so sie dich würdig schätzt, lenkt deinen Lauf.
Liebe hat keinen anderen Wunsch, als sich zu erfüllen.
Doch so du liebst und noch Wünsche haben mußt,
so seien dies deine Wünsche:
Zu schmelzen und zu werden wie ein fließender Bach,
der sein Lied der Nacht singt.
Zu kennen die Pein allzu vieler Zärtlichkeit.
Wund zu sein von deinem eigenen Verstehen der Liebe;
und zu bluten, willig und freudigen Herzens.
Zu erwachen beim Morgenrot mit beschwingter Seele
und Dank zu bringen für einen neuen Tag der Liebe,
zu rasten um die Mittagsstund‘
und nachzusinnen über der Liebe Verzückung;
Heimzukehren in Dankbarkeit, wenn der Abend graut;
und dann einzuschlafen, mit einem Gebet für deine Liebe
im Herzen und einem Lobgesang auf deinen Lippen.
*Khalil Gibran (1883 - 1931)
Und er erhob das Haupt und blickte auf die Menge.
Und es fiel ein Schweigen über sie.
Und die große Stimme sprach also:
„Winkt dir die Liebe, so folge ihr,
sind auch ihre Wege hart und steil.
Und umfahn dich ihre Flügel, so ergib dich ihr,
mag auch das unterm Gefieder verborgne Schwert dich verwunden.
Und redet sie mit dir, so trau ihrem Wort,
mag auch ihre Stimme deine Träume erschüttern,
wie der Nordwind den Garten verwüstet.
Denn gleich wie die Liebe dich krönt, so wird sie dich kreuzigen,
wie sie deinen Lebensbaum entfaltet, so wird sie ihn beschneiden.
Wie sie emporsteigt zu deiner Höhe
und die zartesten Zweige liebkost, die in der Sonne erbeben,
ebenso wird sie hinabsteigen zu deinen Wurzeln
und sie aufrütteln in ihrem Festklammern am Erdboden.
Gleich Garben von Korn rafft sie dich an sich.
Sie drischt dich, um dich zu entblößen.
Sie siebt dich, um dich von Spreu zu befrein.
Sie zermalmt dich, bis du weiß wirst,
sie knetet dich, bis du geschmeidig bist.
Und dann beruft sie dich an ihr heil‘ges Feuer,
auf daß du heil´ges Brot werdest zu Gottes heil´gem Festmahl.
All dies soll die Liebe dir antun,
auf daß du kennest das Geheime deines Herzens und in diesem Wissen ein Bruchteil wirst vom Herzen des Lebens.
Doch suchest du in deiner Angst nur der Liebe Ruh‘ und der Liebe Lust,
dann tätest du besser, deine Nacktheit zu verhüllen
und der Liebe Tenne zu entfliehn,
in die schale Welt, wo du wirst lachen,
doch nicht ein ganzes Leben, und weinen,
doch nicht all deine Tränen.
Liebe gibt nichts als sich selber und nimmt nichts aus sich selbst heraus.
Liebe besitzet nicht und läßt sich nicht besitzen;
denn Liebe genügt der Liebe.
Wenn du liebst, so sage nicht: „Gott in meinem Herzen“,
sag‘ lieber: „Ich bin in Gottes Herzen.“
Und denke nicht, du könntest der Liebe Lauf lenken;
denn Liebe, so sie dich würdig schätzt, lenkt deinen Lauf.
Liebe hat keinen anderen Wunsch, als sich zu erfüllen.
Doch so du liebst und noch Wünsche haben mußt,
so seien dies deine Wünsche:
Zu schmelzen und zu werden wie ein fließender Bach,
der sein Lied der Nacht singt.
Zu kennen die Pein allzu vieler Zärtlichkeit.
Wund zu sein von deinem eigenen Verstehen der Liebe;
und zu bluten, willig und freudigen Herzens.
Zu erwachen beim Morgenrot mit beschwingter Seele
und Dank zu bringen für einen neuen Tag der Liebe,
zu rasten um die Mittagsstund‘
und nachzusinnen über der Liebe Verzückung;
Heimzukehren in Dankbarkeit, wenn der Abend graut;
und dann einzuschlafen, mit einem Gebet für deine Liebe
im Herzen und einem Lobgesang auf deinen Lippen.
*Khalil Gibran (1883 - 1931)
Pfad der Seele
Das Ich ist ein Meer, grenzenlos und unermesslich.
Sagt nicht: Ich habe die Wahrheit gefunden,
sondern lieber: Ich habe eine Wahrheit gefunden.
Sagt nicht: Ich habe den Pfad der Seele gefunden.
Sagt lieber: Ich habe die Seele auf meinem Pfad wandelnd getroffen.
Denn die Seele wandelt auf allen Pfaden.
Die Seele wandelt nicht auf einer Linie, noch wächst sie wie ein Schilfrohr.
Die Seele entfaltet sich wie eine Lotosblume mit zahllosen Blättern.
*Khalil Gibran (6.1.1883 - 10.4.1931)
*Khalil Gibran (6.1.1883 - 10.4.1931)
Unlöschbarer Durst
Und was ist Furcht vor Mangel, wenn nicht der Mangel selbst? Ist nicht Angst vor Durst, selbst wenn euer Brunnen voll ist, der eigentliche, unlöschbare Durst?
*Khalil Gibran
*Khalil Gibran
Der Schleier
Der Schleier,
der eure Augen umwölkt, wird gehoben werden von den Händen, die ihn webten.
* Khalil Gibran
Ich wurde geboren
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