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Meditation & Bewußtsein

Das Wichtigste ist, warum man meditiert; das ist es, was der Meditation den Wert verleiht und ihr den ihr eigenen Stellenwert verschafft. Du kannst meditieren, um dich der göttlichen Kraft zu öffnen, du kannst meditieren um das gewöhnliche Bewußtsein zurückzuweisen, du kannst meditieren, um in die Tiefen deines Wesens einzudringen, du kannst meditieren, um zu lernen, dich vollständig zu überantworten; du kannst für alles mögliche meditieren. Du kannst meditieren, um in Frieden, Ruhe und Schweigen einzugehen - das ist es, was Leute im allgemeinen tun, aber ohne großen Erfolg. Aber du kannst auch meditieren, um die Kraft zur Umwandlung zu erhalten, die Punkte, die es umzuwandeln gilt, zu entdecken, den Pfad des Fortschritts aufzuspüren.  Und dann kannst du auch aus sehr praktischen Gründen meditieren: wenn du eine Schwierigkeit klären, eine Lösung finden mußt, wenn du Hilfe bei irgend einem Tun brauchst. Dafür kannst du auch meditieren. Ich glaube, jeder hat seine eigene Weise der Meditation. Aber wenn jemand möchte, das seine Meditation dynamisch sei, muß er eine Sehnsucht nach Fortschritt empfinden, und die Meditation muß im Sinne einer Unterstützung und Erfüllung dieser Fortschrittssehnsucht betrieben werden. Dann wird sie dynamisch.

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Die Anzahl der in Meditation verbrachten Stunden ist kein Beweis spirituellen Fortschritts. Es ist ein Beweis deines Fortschritts, wenn du zum Meditieren keine Anstrengung mehr aufwenden mußt. Dann ist es eher mühsam, damit aufzuhören: es wird schwierig, es zu beenden, schwierig, dich vom Denken an das Göttliche abzuwenden, schwierig, auf die Ebene des gewöhnlichen Bewußtseins herabzusteigen. Dann kannst du deines Fortschritts sicher sein, dann bist du wirklich vorangekommen, wenn die Konzentration im Göttlichen die Notwendigkeit deines Lebens ist, wenn du nicht ohne sie auskommst, wenn sie in natürlicher Weise von morgens bis abends andauert, womit auch immer du beschäftigt sein magst. Ob du dich zur Meditation niederläßt oder herumgehst und Dinge erledigst und arbeitest, das, was von dir verlangt wird, ist Bewußtsein. Das ist das eine Erfordernis: sich des Göttlichen fortwährend bewußt sein.

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Das letztendliche Ziel ist, in beständiger Einheit mit dem Göttlichen zu sein, nicht nur bei der Meditation, sondern in allen Umständen und im gesamten tätigen Leben.

*Mira Alfassa

Die Mishirabe Übung

Neben den wirtschaftlichen und künstlerischen Aktivitäten war Ishin Yoshimoto-Sensei ein Suchender auf spirituellem Gebiet. Er war Buddhist der Jôdo-Shin-Schule. Yoshimoto-Sensei unterzog sich im Laufe seiner spirituellen Praxis – bei seiner Suche nach Erleuchtung – mehrere Male einer strengen spirituellen Übung mit dem Namen Mishirabe. Er tat dies gegen den Willen seiner Eltern, da die Mishirabe-Übung von einer buddhistischen Glaubensgemeinschaft praktiziert wurde, die in Japan im Ruf stand, sehr streng zu sein und von der offiziellen Jôdo-Shin-Buddhistischen Schule, der ‘Amtskirche’ sozusagen, abgelehnt wurde.

Die Mishirabe-Übung geht zurück auf die Meditation des historischen Buddha, in der dieser Erleuchtung fand. Die Mishirabe-Übung verlangte, sich unter Aufsicht eines buddhistischen Laienpriesters oder eines erfahrenen Gläubigen in Klausur zu begeben. Man war von äußeren Reizen abgeschirmt allein in einem Raum, man verzichtete auf Essen, Trinken und Schlafen. Die Aufgabe bestand darin, sich die Frage zu stellen: „Wohin gehe ich nach dem Tod?” und man forschte in seinem Leben nach Situationen, in denen man Liebe erfahren hat.

Sinn dieser Übung war es, „echtes Vertrauen” zu finden: Das bedeutet nichts anderes als den Versuch, in sich selbst, in seiner eigenen Wesensart die Erfahrung von tiefem Vertrauen zu machen, die ganz persönliche Erfahrung von der umfassenden, unendlichen Natur allen Seins. Die Mishirabe-Übung diente nicht dazu, etwaige Lebensformen nach dem Tod zu suchen, sondern forderte den Absolventen auf, den Sinn des Lebens zu ergründen.

„Gerettet zu werden” hieß also, den Sinn des Lebens gefunden zu haben, und dies mittels einer tiefen Erfahrung, zu der man im Buddhismus ‘Satori’, ‘Erleuchtung’ oder ‘Vollkommen Erwachter Geist’ sagt. Mit den „Personen, die einen retten wollen” sind jene Begleiter der Mishirabe- Übung gemeint, die diesen Zustand des Satori bzw. Erleuchtung bereits erfahren haben. Es ging also darum, neben dem intellektuellen Wissen über Religion und Glauben eine ganz persönliche Erfahrung von Glauben zu erlangen. Ishin Yoshimoto-Sensei sagte: „Es reicht nicht das Wissen, dass Feuer heiß ist. Man muss es selbst erfahren.” Kein Essen, Trinken, Schlafen, nur die Frage: „Wohin gehe ich nach dem Tod?” Allein diese kurze Beschreibung von Mishirabe lässt erahnen, wie schwierig es war, sich einer solchen Übung zu unterziehen. Es sollte eine Lebensaufgabe für Yoshimoto-Sensei werden, Mishirabe so umzugestalten, dass der Weg zum echten Vertrauen für alle Menschen beschreitbar sein würde.

www.ramakrishna.de/japan/naikan

Stille



Man kann die Stille, die wahre Stille, als die höchste Region unserer Seele bezeichnen. In dem Moment, in dem wir diese Region erreichen, treten wir in das kosmische Licht ein. Das Licht ist die Quintessenz des Universums. Alles, was wir um uns herum sehen, die Menschen, die Natur, die Gegenstände und auch das, was wir nicht sehen können, ist von Licht durchdrungen, von Licht getränkt. Und die Stille in uns, um die wir uns bemühen, während den Momenten der Konzentration, der Meditation, dem Gebet, hat nur ein Ziel: die Fusion mit diesem Licht, welches lebendig und mächtig ist… das Urlicht, welches die ganze Schöpfung durchdringt.

*Omraam Mikhael Aivanhov



 

Meditation - Anleitung

Die erste entscheidende Wende in meinem Leben verdanke ich einem Menschen, der, mir an Intellekt, Erziehung und Veranlagung weit unterlegen, spirituell keineswegs vollkommen oder überragend war. Da ich aber eine Kraft hinter ihm wahrgenommen und mich entschieden hatte, mich an ihn um Hilfe zu wenden, gab ich mich ganz in seine Hände und folgte der Führung mit automatischer Passivität. Er selbst war erstaunt und sagte zu anderen, daß er niemanden je zuvor getroffen habe, der sich so absolut und ohne Rückhalt und Fragen der Führung des Helfers auszuliefern vermocht hätte. Das Ergebnis war eine Folge von verwandelnden Erfahrungen so radikalen, Charakters, daß er selbst nicht in der Lage war, denselben zu folgen, und er mußte mir sagen, daß ich mich mit der gleichen vollständigen ·Hingabe in Zukunft dem Führer in mir selbst anvertrauen solle.

 «Setz dich hin und meditiere», sagte er, «aber denke nicht, schau deinen Geist nur an. Du wirst sehen, daß Gedanken in denselben hineintreten. Ehe sie eintreten können, wirf sie von deinem Geist zurück, bis er völliger Stille fähig wird.» Ich hatte nie zuvor davon gehört, daß Gedanken sichtbar von außen in den Geist eintreten, aber ich dachte nicht daran, diese Wahrheit oder Möglichkeit in Frage zu stellen, ich setzte mich einfach hin und tat es. In einem Augenblick wurde mein Geist stille wie die windlose Luft auf dem hohen Gipfel eines Berges, und dann sah ich einen Gedanken, dann einen anderen in konkreter Weise von außen kommen. Ich warf sie zurück, ehe sie eintreten und das Gehirn mit Beschlag belegen konnten, und in drei Tagen war ich frei. Von dem Augenblick an wurde das mentale Wesen in mir eine im Prinzip freie Intelligenz, ein universaler Geist, nicht mehr begrenzt in dem engen Zirkel persönlichen Denkens wie ein Arbeiter in einer Gedankenfabrik, sondern ein Empfänger von Wissen aus den hundert Reichen des Seins und frei, in diesem ungeheuren Königreich der Schau und des Gedankens zu wählen, was er wollte. Ich erwähne dies nur, um mit Nachdruck zu betonen, daß die Möglichkeiten unseres mentalen Wesens nicht begrenzt sind und daß der Geist freier Zuschauer und Herr in seinem eigenen Hause sein kann.

*Sri Aurobindo

Meditation


Die, die am weitesten auf dem Weg fortgeschritten sind, erkennt man daran, dass sie die Demütigsten sind.

"Durch regelmässige Übung der gegenstandslosen Meditation wird unser Ego transparenter, wir erkennen es als das, was es in Wirklichkeit ist: ein Knäuel von Geschichten, Bildern und Emotionen, mit denen wir uns identifizieren. *Samuel Vozeh

Meditation bedeutet, bei allem, was man tut, völlig aufmerksam zu sein - beispielsweise darauf zu achten, wie man mit jemandem spricht, wie man geht, wie man denkt, was man denkt. * Krishnamurti



"Ohne sich selbst zu kennen, können Sie machen, was Sie wollen, aber der Zustand der Meditation ist unmöglich."

"Es geht bei der Meditation darum, die Wahrheit in jedem Augenblick zu sehen - nicht die absolute Wahrheit, sondern in jedem Moment das Wahre und Unwahre."

"Meditation ist das Reinigen des Geistes und Herzens vom Egoismus; durch diese Reinigung entsteht das richtige Denken, das allein den Menschen vom Leid befreien kann." 


"Nur wenn der Geist vollkommen frei ist, nur dann besteht die Möglichkeit unermeßlicher, tiefer Stille; und in dieser Stille entfaltet sich das, was ewig ist. Das ist Meditation."

"Meditation ist in Wirklichkeit sehr einfach. Wir komplizieren sie. Wir umweben sie mit einem Gespinst von Ideen - was sie ist und was sie nicht ist. Aber sie ist nichts von all diesen Dingen. Weil sie so einfach ist, entgleitet sie uns, denn unser Geist ist so kompliziert, so abgenutzt, so zeitgebunden. Und dieser Geist schreibt dem Herzen vor, was es zu tun hat, und damit beginnen Mühe und Plage. Aber Meditation kommt auf natürliche Weise, ganz mühelos."

"Meditation ist nicht bloße Beherrschung des Körpers und der Gedanken, noch ist sie ein System des Einatmens und des Ausatmens. Der Körper muss still, gesund und ohne Anspannung sein, das Empfindungsvermögen muss geschärft und wachsam gehalten werden, und der Verstand mit seinem ständigen Geschwätz, seiner Verwirrung und seinem Herumtasten muss zu einem Ende kommen. Es ist nicht der Organismus, mit dem man beginnen muss, vielmehr ist es der Geist mit seinen Meinungen, Vorurteilen und seinem Eigennutz."

*Jiddu Krishnamurti

Der innere Reichtum

Jedem ist klar, dass er nach einiger Zeit nichts mehr haben wird, wenn er sein Kapital nicht vermehrt, denn ein Kapital, das nicht mehr genährt wird, ist schnell verschwunden. Wenn es sich aber um die spirituelle Ebene handelt, lassen selbst die Gebildetsten zu, dass sie verarmen: Sie vergessen, dass das Licht, die Wärme, der innere Reichtum sich schnell erschöpfen, wenn man nicht jeden Tag daran arbeitet, sie zu vermehren. Und wie vermehrt man sie? Durch das Gebet, die Meditation, die Übungen. Indem sie sich täglich mit der unerschöpflichen Quelle des Lebens verbinden, erneuern sie ständig ihre Energien, um in der Lage zu sein, fortzufahren mit der Vollendung ihrer Aufgabe.

*Omraam Mikhael Aivanhov

Was bedeutet Meditation tatsächlich?



Was bedeutet Meditation tatsächlich?

Zwei Worte werden im Englischen für den indischen Begriff des dhyāna gebraucht, “Meditation” und “Kontemplation”. Meditation bedeutet eigentlich die Konzentration des Mentals auf einen bestimmten Gedankengang, der ein bestimmtes Thema ausarbeitet. Kontemplation bedeutet, mental ein bestimmtes Objekt zu betrachten, ein Bildnis, eine Idee, so dass sich im Mental durch die Kraft der Konzentration auf natürliche Weise das Wissen über das Objekt, das Bildnis oder die Idee bildet. Beides sind Formen von dhyāna, denn das Prinzip des dhyāna ist mentale Konzentration, sei es der Gedanken, der Schau oder des Wissens. Es gibt noch andere Formen von dhyāna.

Vivekananda empfiehlt dir in einem Textabschnitt, von deinen Gedanken zurückzustehen, sie in deinem Mental nach ihrem Belieben treiben zu lassen und sie lediglich zu beobachten, um zu erkennen, von welcher Art sie sind. Man könnte es Konzentration auf die Selbst-Beobachtung nennen. Dies führt zu einer anderen Form, dem Freimachen des Mentals von allen Gedanken, was eine Art reiner, aufmerksamer Leere zurücklässt, in die das göttliche Wissen kommen und sich einprägen kann, ungestört von den niedrigeren Gedankengängen des gewöhnlichen menschlichen Mentals und mit der Klarheit einer weißen Kreideschrift auf einer schwarzen Tafel.

Du wirst feststellen, dass die Gita von dieser Zurückweisung allen mentalen Denkens als einer der Methoden des Yoga spricht und diese Methode sogar zu bevorzugen scheint. Man könnte sie den dhyāna der Befreiung nennen, da sie das Mental von der Versklavung an den mechanischen Denkprozess befreit und ihm anheimstellt, zu denken oder nicht zu denken, wann und wie es ihm beliebt, oder aber seine eigenen Gedanken zu wählen oder das Denken zu überschreiten und zur reinen Wahrnehmung der Wahrheit zu gelangen, die in unserer Philosophie vijñāna genannt wird.

Meditation ist der leichteste Vorgang für das menschliche Mental, doch in seinem Ergebnis am beschränktesten. Kontemplation ist schwieriger, doch größer; die Selbstbeobachtung und Befreiung von den Fesseln des Denkens ist das schwierigste von allem, jedoch in seinem Ergebnis am weitesten und größten.

*Sri Aurobindo (Briefe über den Yoga-Band-2)

Nichtstun bedeutet zu lernen offenen Raum zuzulassen.

Nichtstun scheint ja das Leichteste zu sein. Man könnte doch einfach aufhören zu tun. Aber jeder, der schon einmal versucht hat wirklich NICHTS zu tun und einfach DA zu sein, weiß, was für eine Herausforderung es ist. Die meisten von uns haben nicht gelernt ohne Beschäftigung zu sein. Selbst diejenigen von uns, die mit Meditationspraxis vertraut sind, können mit der Offenheit des ungeplanten, ungestalteten Lebens manchmal nicht gut umgehen. Wir alle kennen es, wenn wir uns von allem Möglichen und Unmöglichen ablenken lassen, ohne genau zu wissen, was wir eigentlich gerade zu vermeiden suchen. Einfach ’da sein ohne Beschäftigung’ - es erfordert kriegerhaften Mut sich darauf einzulassen.

Quelle: http://doingnothing.de

Eines Tages gab der Buddha...



Eines Tages gab der Buddha einer Gruppe von Mönchen eine Meditationsübung und empfahl ihnen, für die Zeit von drei Monaten einen ruhigen Platz aufzusuchen.

Die Mönche wanderten einige Tage und erreichten schließlich eine Stadt, in der sie von den Bewohnern freundlich aufgenommen wurden. Nachdem die Mönche ihnen von ihrer Aufgabe erzählt hatten, stellten ihnen die Städter einen großen, ziemlich dunklen Wald zur Verfügung, in dem sie ungestört üben konnten und versorgten sie mit Nahrung. Die Mönche gingen am frühen Morgen in die Stadt, bekamen reichlich zu essen und hatten danach in ihrem Wald die schönste Ruhe für ihre Übungen.

Nach einigen Tagen stellten sie jedoch bei ihren abendlichen Versammlungen fest, dass sie sich nicht konzentrieren konnten, denn si e wurden von fürchterlichen Erscheinungen geplagt. Während der Nachtruhe hörten sie seltsame Geräusche wie Keuchen und Stöhnen. Im Schlaf sahen sie schreckliche Szenen wie abgeschlagene Köpfe und blutrünstige Monster und selbst tagsüber in den Phasen stiller Meditation erschienen abstoßende Bilder und hässliche Worte in ihren Köpfen. Nachdem dies von Tag zu Tag schlimmer wurde und keiner davon verschont blieb, kamen sie bald zu folgendem Entschluss:“Brüder, an diesem Platz kann man nicht üben und nicht leben. Wahrscheinlich gibt es hier böse Geister, die diesen Platz beherrschen und uns vertreiben wollen. Lasst uns zu unserem Lehrer zurückgehen und seinen Rat einholen." So kehrten sie zurück und berichteten dem Buddha von ihren Schwierigkeiten.

Der Buddha ließ sich alles genau beschreiben und dann sagte er: „Ihr Mönche, ihr wart genau am richtigen Platz und genau Wald unterhalb des Taktsang - Klosters bei Paro in Bhutan (Franz - Johannes Litsch) dahin sollt ihr auch wieder zurückgehen." „Oh nein", riefen sie erschrocken, „das können wir nicht!" „Doch, ihr könnt es" antwortete der Buddha, „denn ich werde euch etwas mitgeben, das euch schützen wird." „Was wollt ihr uns denn geben?" fragten sie neugierig. Da gab der Buddha zum ersten Mal die Lehrrede von der allumfassenden Liebe, die in folgenden Worten überliefert ist: „Wer auf dem geistigen Weg vorwärts kommen will, wer mir folgt auf dem Weg des inneren Friedens, der soll folgende Eigenschaften entwickeln: Er sei ehrlich und aufrecht sein, hilfreich und sanft, genügsam und frei von Überheblichkeit.

Lernt folgende Worte: Mögen alle Lebewesen Glück erfahren und Frieden finden! Alle lebenden Wesen, starke und schwache, große und kleine, sichtbare und unsichtbare, nahe und ferne sollen wahres Glück erfahren. Kein lebendes Wesen will ich missachten, keinem will ich Schaden zufügen. Keinem Lebewesen wünsche ich aus Ärger oder Rachsucht irgendein Leid. Wie eine Mutter mit ihrem Leben ihr einziges Kind beschützt und be hütet, so möchte ich mich zu allen Wesen verhalten. Ich öffne mein Herz und durchdringe die ganze Welt mit grenzenloser liebevoller Gesinnung. Ich richte meine liebevollen Gedanken nach oben, nach unten und nach allen Seiten, frei von Hass und Feindschaft. Ob ich gehe , stehe, sitze oder liege – immerzu entfalte ich bewusst diese liebevolle Gesinnung. Ich lasse alle Vorurteile los und gewinne tiefe Einsicht. So besiege ich meine Gier und meinen Hass und finde Frieden und innere Freiheit.“ Nachdem der B uddha die Rede beendet hatte, fügte er hinzu: „Merkt euch diese Worte genau und wenn ihr euch dem Wald nähert, sagt sie auf, viele Male, und dann erst betretet den Wald und setzt euch unter die Bäume." Nachdem die Mönche diese Worte gelernt hatten, gingen sie zurück in den dunklen Wald. Immer wieder sagten sie die Worte auf und übten sich in dieser Haltung. Abends rezitierten sie diese Rede gemeinsam. Schon nach wenigen Tagen wurden die seltsamen Erscheinungen weniger und hörten schließlich ganz auf. So ko nnten sie sich bald wieder ihrer ursprünglichen Übung zuwenden. Sie meditierten über die Vergänglichkeit allen Seins, und bald gab es keinen unter ihnen, der nicht Einsichten und tiefen Frieden erfahren hatte.

Als sie nach drei Monaten zu ihrem Lehrer zurückkehrten, zeigte sich dieser erfreut über ihre geistigen Fortschritte und bestärkte sie in ihren Bemühungen, indem er sagte: „Diese liebevolle Gesinnung solltet ihr immer weiter entwick eln, bis sie so fest geworden ist, wie die Mauern einer unbesiegbaren Stadt. Auf diese Weise kann man alles Böse in der Welt überwinden und von nichts mehr bedroht werden. Auf diesem Fundament kann die Weisheit wachsen. Aber auch wenn das Böse überwunden ist, muss man weiter achtsam bleiben und darf niemals aufhören, sich zu bemühen.

Quelle: Buddhistische Legenden zum Dhammapada, Buch 3, Geschichte 6, Spruch 40. ( Dieser Text stammt aus: Paul Köppler - Auf den Spuren des Buddha, Seite 121 ff)

» Ich «

Wenn jemand »Ich« sagt, weiß er dann wirklich immer, von wem er spricht? Wenn er sagt: »Ich bin… (krank, gesund, unglücklich oder glücklich), ich will… (Geld, ein Auto, eine Frau), ich habe… (diesen Wunsch, diesen Geschmack oder jene Meinung)«, so glaubt er, es handle sich dabei wirklich um ihn; und genau da täuscht er sich. Nachdem die Menschen sich niemals in der Tiefe analysiert haben, um ihre wahre Natur kennenzulernen, identifizieren sie sich ständig mit diesem »Ich«, das von ihrem physischen Körper, ihren Instinkten, Wünschen, Gefühlen und Gedanken repräsentiert wird. Sie sollten jetzt versuchen, sich durch Selbststudium und Meditation zu finden, so könnten sie, jenseits allen Scheins, entdecken, dass ihr wahres Ich in Gott Selbst übergeht. Denn in Wirklichkeit gibt es nicht eine riesige Zahl getrennter Wesen, sondern nur ein einziges, das durch alle Wesen arbeitet, sie belebt und sich in ihnen, auch ohne ihr Wissen, manifestiert. Wenn es ihnen gelingt, diese Realität zu fühlen, dann nähern sich die Menschen der göttlichen Quelle, in der sie alle ihren Ursprung haben.

 *Omraam Mikhael Aivanhov

Dunkelheit

"Die Unwissenden leben in Dunkelheit, sehen sich jedoch als weise und gebildet. In Illusion gehen sie verschlungene Wege, wie Blinde, die von Blinden geführt werden. Sie sind an Tausende von Seilen der Erwartung gebunden. Sie sind in Tausende von Schlingen in Form von Anhaftung an Kinder, Ehe, Wohlstand, Besitz und vieles mehr verwickelt. Die Sinnesfreuden sind das Ziel des weltlichen Menschen. Geld ist sein Ziel. Essen, Trinken, Spaß sind seine höchste Philosophie."


"Argumentieren ist nur ein Jonglieren mit Worten. Es ist intellektuelle Gymnastik und sprachliche Kriegsführung.Wer sein Leben nur mit Argumentieren verbringt, ist im dichten Dschungel von Dunkelheit und Nichtwissen gefangen. Höre auf zu argumentieren und werde still, wende dich nach Innen und meditiere."


"Der Weise zieht seine Sinne von den Objekten im Außen zurück, erkennt den Atman durch Meditation auf das Selbst und ist frei von Freude und Leid. Der Atman ist jenseits von Freude und Leid. Er ist Glückseligkeit."

*Katha Upanishad


source:  http://wiki.yoga-vidya.de/Katha_Upanishad

 

Methode vedantischer Erkenntnis

In der Methode vedantischer Erkenntnis zum Beispiel konzentriert man sich auf die Idee des allgegenwärtigen Brahman – man betrachtet einen Baum oder ein anderes nahes Objekt mit der Idee, dass es Brahman ist und der Baum und das Objekt nur eine Form. Nach einer gewissen Zeit, wenn die Konzentration von der richtigen Art ist, beginnt man, sich einer Gegenwart, eines Daseins bewusst zu werden; die physische Form des Baumes wird zur Hülle, und jene Gegenwart oder jenes Dasein wird als die einzige Wirklichkeit empfunden. Die Idee schwindet dann, und an ihre Stelle tritt die direkte Schau. Es ist nicht länger notwendig, sich auf die Idee zu konzentrieren, da man mit einem tieferen Bewusstsein sieht, sa paśyati. Ich möchte hinzufügen, dass diese Konzentration auf die Idee nicht reines Denken ist, mananam – es ist ein inneres Verweilen auf dem Wesen der Idee.

*Sri Aurobindo 

aus: 
Briefe über den Yoga - Band 2 - MEDITATION

source: http://aurobindo.ru/workings/sa/23/

Selbstbeherrschung

Selbstbeherrschung bedeutet nicht Selbstpeinigung, bedeutet nicht Askese. Leider wird im Westen die Selbstbeherrschung missverstanden. ...Buddha lehrte uns, dem Pfad der Mitte zu folgen und nicht in Extreme zu gehen. Selbstbeherrschung führt uns zur Selbsterleuchtung. Die Selbstbeherrschung von heute ist die Selbsttranszendenz von morgen.

Um Meister über sich selbst zu sein, ist Selbstbeherrschung von größter Wichtigkeit. Selbstbeherrschung braucht Zeit. Sie kann nicht über Nacht errungen werden. Durch Selbstbeobachtung, Selbstprüfung und richtige Meditation erringt man Selbstbeherrschung.

Ich möchte einen Vorfall aus dem Leben des Sokrates erzählen. Sokrates und eine Gruppe von Bewunderern besuchten einmal einen Handleser. Der Handleser las die Hand von Sokrates und sagte: „Was bist du für ein schlechter Mensch, hässlich und voller Probleme der niederen Lebensenergie. Dein Leben ist voller Verdorbenheit.“ Die Bewunderer von Sokrates waren wie vom Blitz getroffen. Sie wollten den Handleser schlagen. Was fiel ihm ein, solche Dinge über Sokrates zu sagen, der doch wahrhaftig ein frommer Mensch, ein Heiliger war? Aber Sokrates sagte: „Wartet, wir wollen ihn fragen, ob er alles gesagt hat.“ Dann fuhr der Handleser fort: „Ja, ich habe noch mehr zu sagen. Dieser Mann besitzt zweifellos alle diese Eigenschaften, aber er hat sie unter Kontrolle. Er hat keine einzige offenbart. Er beherrscht sie.“

*Sri Chinmoy

Meditation

Seine Meditation gab ihm,
was sie hatte: Liebe!
Mit der Liebe veränderte er
das Gesicht der Welt!

*Sri Chinmoy

Ein Mensch & Ein Heiliger

"Ein Mensch, der für weltliche Güter und Befriedigung arbeitet, arbeitet für den Tod. Denn alles von dieser Welt stirbt ständig und macht etwas anderem Platz – so wie das Kind stirbt und ein junges Mädchen wird usw. Aber jemand, der nach Selbsterkenntnis strebt, arbeitet für die Unsterblichkeit. Wenn man in der Welt lebt und arbeitet und mit weltlichen Menschen verkehrt, werden die eigenen schöpferischen Energien durch das Verlangen nach Sinnesobjekten aufgebraucht, und deshalb fühlt man sich manchmal schwach, müde oder krank. Strebt man jedoch nach Selbsterkenntnis, so erhält und stärkt man seine schöpferische Energie dadurch. Während eine Person, die in der Welt lebt, Vergnügen an Gesellschaften, Besuchen usw. hat, wird derjenige, dessen Ziel Selbstverwirklichung ist, große Freude an der Meditation finden, am Singen von Gottes Lobpreis, am Lesen von Büchern der Weisheit, am Hören religiöser und philosophischer Vorträge und am Umgang mit jenen, die Pilger auf dem spirituellen Weg sind."

"Ein Heiliger ist wie ein Baum. Er ruft niemanden, noch schickt er jemanden fort. Jedem, der kommen mag, gibt er Schutz - sei es einem Mann, einer Frau, einem Kind oder einem Tier. Wenn ihr unter einem Baum sitzt, wird er euch vor den Unannehmlichkeiten der Witterung schützen, sowohl vor der Hitze der Sonne als auch vor strömendem Regen, und er wird euch Blüten und Früchte schenken. Ob sich ein Mensch an ihnen erfreut oder ein Vogel sie kostet, spielt für den Baum keine Rolle, sie sind für jeden, der kommt und sie nehmen will. Und zu guter Letzt schenkt der Baum sich selbst! Wie dies geschieht? Die Frucht enthält die Samen für neue Bäume gleicher Art. Wenn ihr also unter einem Baum sitzt, werdet ihr Schutz, Schatten, Blüten und Früchte erhalten und zu gegebener Zeit euer Selbst erkennen."


*Sri Anandamayi Ma (1896 - 1982)

Tod des Ego


Ich meine mit Arbeit keine Tätigkeit, die im Ego-Bewußtsein und in der Unwissenheit verrichtet wird zur Befriedigung des Ego oder ausgelöst durch ein Begehren des rajas (eines der drei Gunas). Es kann keinen Karma-Yoga geben ohne den Willen, sich vom Ego zu befreien, vom rajas und vom Wollen, welche die Siegel der Unwissenheit sind. Ich meine nicht Philanthropie oder Dienst an der Menschheit oder all die übrigen Dinge moralischer oder idealistischer Art, welche der Geist an die Stelle der tieferen Wahrheit der Dinge setzt. Ich meine mit Arbeit eine Tätigkeit, die für das Göttliche getan wird und mehr und mehr im Einssein mit dem Göttlichen – allein für das Göttliche und für nichts sonst.

 Natürlich ist dies zu Beginn nicht einfach, genausowenig wie tiefe Meditation oder leuchtendes Wissen einfach sind oder selbst wahre Liebe oder bhakti. Doch wie das übrige muß es im rechten Geist und in der rechten Haltung begonnen werden, mit dem rechten Willen in dir, dann wird alles andere kommen. Arbeit, die in diesem Geist verrichtet wird, ist ebenso wirksam wie bhakti oder Meditation.

Man gelangt durch Zurückweisung des Begehrens, des rajas und des Ego zu einer Ruhe und Reinheit, in die der Friede auf unsagbare Weise herabkommen kann, und indem man den eigenen mit dem Göttlichen Willen verschmilzt und so seinen Willen dem Göttlichen darbringt, gelangt man zum Tod des Ego und zu einer Weitung in das kosmische Bewußtsein oder gar zu Erhebung in den überkosmischen Bereich; man erfährt das sich lösen der Seele (das höhere Selbst) von der niederen Natur und ist von den Behinderungen der äußeren Natur befreit; man gewahrt sein inneres Wesen und sieht das äußere als Instrument; man fühlt, die univerale Kraft tut die Arbeit, und das (höhere) Selbst sieht zu oder beobachtet, jedoch frei; man fühlt alle Arbeit von sich genommen und von der universalen oder höchsten Mutter getan, der Göttlichen Kraft, die hinter dem Herzen wacht und handelt.

(bhakti: hingebende, liebende Verehrung des Göttlichen)

*Sri Aurobindo