Never..













Ich will..

"Ich will nichts, nur das Göttliche, ich denke an nichts außer an das Göttliche, ich tue nichts, außer jenem, welches mich zum Göttlichen führt, ich liebe nichts außer dem Göttlichen."

*Mira Alfassa, Die Mutter, (*1878 -1973)

Der Anulvogel ~ (von Kabir)


Ich erzähle dir über den Anulvogel, der im Himmel lebt, getragen von der Luft – Tag & Nacht.Die Parung geschieht durch die Augen und auf diese Weise wird sie trächtig. Sie legt ihre Eier in den Himmel, wo es keine Abstürtze gibt:Das Ei wird gehegt, während es fällt, im Himmel wird es ausgebrütet und der junge Vogel wird geboren, unterwegs öffnet es seine Augen und unterwegs erhällt es seine Flügel.Wenn es endlich die Erde erreicht, begreift es, das dies nicht sein zuhause ist, dies erfassend , fliegt es zurück dorthin, wo seine Eltern leben.Der Anulvogel kommt nicht herunter, um das junge zurückzubringen – es selbst begiebt sich nach Hause, den vorgezeichneten Pfad beschreitend.Viele Vögel leben in dieser Welt, doch sehr wenige von ihnen sind Anulvögel.Vögel wie diese sind rar, und seltener noch sind jene die sich selbst erheben.

Maharaji ~ Prem Rawat

Ich bin

Ich bin glücklich,
weil ich ein Herz aus Liebe besitze.
Ich bin glücklich,
weil ich einen Verstand voll Vertrauen besitze.
Ich bin glücklich,
weil ich ein Leben voller Dankbarkeit besitze.

*Sri Chinmoy

Eines Tages...

Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen Schüler der Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben und ein wenig Platz neben den Namen zu lassen. Dann sagte sie zu den Schülern, sie sollten überlegen, was das Netteste ist, das sie über jeden ihrer Klassenkameraden sagen können z.B positive Eigenschaften und dies sollten sie neben die Namen schreiben. Es dauerte die ganze Stunde, bis jeder fertig war und bevor sie den Klassenraum verließen, gaben sie ihre Blätter der Lehrerin.

Am Wochenende schrieb die Lehrerin jeden Schülernamen auf ein Blatt Papier und daneben die Liste der netten Bemerkungen und positiven Eigenschaften, die ihre Mitschüler über den Einzelnen aufgeschrieben hatten. Am Montag gab sie jedem Schüler seine oder ihre Liste. Schon nach kurzer Zeit lächelten alle. "Wirklich?", hörte man flüstern. "Ich wusste gar nicht, dass ich irgendjemandem was bedeute!" und "Ich wusste nicht, dass mich andere so mögen", waren die Kommentare. Niemand erwähnte danach die Listen wieder. Die Übung hatte ihren Zweck erfüllt. Die Schüler waren glücklich mit sich und mit den anderen.

Einige Jahre später war einer der Schüler gestorben und die Lehrerin ging zum Begräbnis dieses Schülers. Die Kirche war überfüllt mit vielen Freunden. Einer nach dem anderen, der den jungen Mann geliebt oder gekannt hatte, ging am Sarg vorbei und erwies ihm die letzte Ehre. Die Lehrerin ging als letzte und betete vor dem Sarg. Als sie dort stand, sagte einer der Anwesenden, die den Sarg trugen, zu ihr: "Waren Sie Marks Mathelehrerin?" Sie nickte: "Ja". Dann sagte er: "Mark hat sehr oft von Ihnen gesprochen." Nach dem Begräbnis waren die meisten von Marks früheren Schulfreunden versammelt. Marks Eltern waren auch da und sie warteten offenbar sehnsüchtig darauf, mit der Lehrerin zu sprechen. "Wir wollen Ihnen etwas zeigen", sagte der Vater und zog eine Geldbörse aus seiner Tasche. "Das wurde gefunden, als Mark verunglückt ist. Wir dachten, Sie würden es erkennen." Aus der Geldbörse zog er ein stark abgenutztes Blatt, das offensichtlich zusammengeklebt, viele Male gefaltet und auseinander gefaltet worden war. Die Lehrerin wusste ohne hinzusehen, dass dies eines der Blätter war, auf denen die netten Dinge standen, die seine Klassenkameraden über Mark geschrieben hatten. "Wir möchten Ihnen so sehr dafür danken, dass Sie das gemacht haben", sagte Marks Mutter. "Wie Sie sehen können, hat Mark das sehr geschätzt." Alle früheren Schüler versammelten sich um die Lehrerin. Charlie lächelte ein bisschen und sagte: "Ich habe meine Liste auch noch. Sie ist in der obersten Schublade in meinem Schreibtisch". Die Frau von Heinz sagte: "Heinz bat mich, die Liste in unser Hochzeitsalbum zu kleben." "Ich habe meine auch noch", sagte Monika. "Sie ist in meinem Tagebuch." Dann griff Irene, eine andere Mitschülerin, in ihren Taschenkalender und zeigte ihre abgegriffene und ausgefranste Liste den anderen. "Ich trage sie immer bei mir", sagte Irene und meinte dann: "Ich glaube, wir haben alle die Listen aufbewahrt." Die Lehrerin war so gerührt, dass sie sich setzen musste und weinte.

"Bodhisattva in metro"

BARAKA - SEGENSKRAFT

Stille

Wenn du die Berührung mit der inneren Stille verlierst, verlierst du den Kontakt mit dir selbst. Wenn du den Kontakt mit dir selbst verlierst, verlierst du dich in der Welt.

* Eckhart Tolle (*1948)

Was ist unser Ego? Ein Gefühl oder eine mentale Wahrnehmung ?

Was ist unser Ego? Ein Gefühl oder eine mentale Wahrnehmung ?

M. Laitman: Wir können das Gehirn mit einer Kinoleinwand vergleichen, da es vollkommen leer ist. Heute kannst du für mich furchtbar aussehen und morgen, wenn ich in einem anderen Zustand bin, seh ich in dir plötzlich einen wunderschönen Menschen, der viel Lebensenergie ausstrahlt. Ist es mein Gehirn, das mir dieses Bild malt, ist es der Bildschirm? Oder projiziere ich diese Bilder? Mein Ego, meine Interessen, erzeugen diese Bilder, aber wir sind nicht in der Lage, dies im vollen Ausmaß zu verstehen.

Wir denken, dass wir objektiv sind, wenn es um die unbelebte, pflanzliche oder tierische Stufe geht, aber auf der Ebene des sprechenden, also den Beziehungen zwischen uns, gibt es verschiedene Variationen. Verallgemeinernd ausgedrückt kann man sagen, dass wir nicht begreifen, dass wir unsere Welt auf allen Ebenen aus dem Verlangen zu Empfangen wahrnehmen. Aus diesem Grund wird unsere Welt als imaginär bezeichnet, weil sie nicht wirklich existiert. Sobald das Ego gereinigt wurde, von der Wahrnehmung dieser Welt, wird sie verschwinden. Und was wird übrigbleiben? Nichts? Womit bleiben wir dann zurück? Versucht, dieses Etwas zu definieren. Beginnt eine neue Welt zu erschaffen. Es hängt alles davon ab, was Ihr auf der Leinwand eurer Wahrnehmung zeichnet....

weiter lesen könnt ihr hier:
http://www.laitman.de/in-eine-wolke-gehullt/

mit Freude geben

Ich lehre euch nicht zu geben, sondern zu empfangen, nicht Verzicht, sondern Erfüllung, nicht nachgeben, sondern Verstehen, mit einem Lächeln auf den Lippen.
* Khalil Gibran

Es gibt Menschen, die mit Freude geben, und diese Freude ist ihr Lohn. Sie geben, wie im Tal dort drüben die Myrte ihren Duft verströmt. Durch die Hände solcher Menschen spricht Gott zu uns und durch ihre Augen lächelt er auf die Welt.  * Khalil Gibran

Ihr sagt oft: "Ich würde geben, aber nur dem, der es verdient." Die Bäume in eurem Obstgarten reden nicht so, und auch nicht die Herden auf euren Weiden. Sie geben, damit sie leben dürfen, denn zurückhalten heißt zugrundegehen.
* Khalil Gibran

Die wahre Liebe verausgabt sich nicht.
Je mehr du gibst, um so mehr fließt dir zu.
* Antoine de Saint-Exupéry

Was ist der Unterschied zwischen Erleuchtung und Gottverwirklichung ?

Sri Chinmoy: Gottverwirklichung ist volle Erleuchtung, vollständige und alles erleuchtende Erleuchtung. Manchmal erhält ein Sucher in seiner höchsten Meditation eine Art innere Erleuchtung und für eine halbe Stunde ist sein ganzes Wesen, seine ganze Existenz erleuchtet. Nach einer Stunde oder zwei jedoch ist er wieder genau die gleiche Person, die er zuvor war. Er wird wieder ein Opfer von Wünschen und ungöttlichen Eigenschaften. In diesem Fall hat zwar eine Art Erleuchtung stattgefunden, aber nicht die transzendentale Erleuchtung, welche Buddha und andere spirituelle Meister erlangten. Diese Art alles erfüllender und erleuchtender Erleuchtung ist dasselbe wie Gottverwirklichung.

Aus dem Buch: Samadhi und Siddhi

Der Königssohn im Verlies

Auf dem Pfad


FÜRCHTE NICHT, ETWAS ZU VERLIEREN AUF DEM PFAD, ALLES WAS DU VERLIEREN WIRST, SIND EIGENSCHAFTEN DIE DICH VOM GLÜCK FERNHALTEN.
*AZMUTO

Peace Pilgrim

"Ich gehe, bis mir Unterkunft angeboten wird, ich faste, bis mir Essen gegeben wird. Ich frage nicht danach — man gibt es mir ungefragt. Die Menschen sind gut! Ein Funken Güte ist in jedem, der Funken ist da, egal wie tief er vergraben sein mag."

Niemand ist wirklich frei, solang er noch an materielle Güter oder an Örtlichkeiten oder Menschen gebunden ist. Wir müssen Dinge benutzen können, wenn wir sie brauchen, und sie ohne Bedauern loslassen können, wenn sie ihren Nutzen verloren haben. Wir müssen fähig sein, für den Ort, an dem wir uns aufhalten, dankbar zu sein, ihn zu genießen und ihn dennoch ohne Bedauern verlassen können, wenn wir anderswohin gerufen werden. Wir müssen mit Menschen in liebevoller Gemeinschaft leben können, ohne das Gefühl, sie zu besitzen oder ihr Leben in die Hand nehmen zu wollen. Alles, was du festhalten willst, wird dich gefangennehmen, und wenn du Freiheit willst, mußt du Freiheit geben. (*Peace Pilgrim)

Link: PeacePilgrim

kaputt

"Wenn du schon glaubst, daß du etwas kaputt machen kannst, dann glaube doch erst recht, daß du etwas heilmachen kannst." *Rabbi Nachman von Bratzlaw (1772 - 1810 - Urenkel des Baal Schem Tow)

Vogel der Seele

"Jeder Lehrer offenbart seine Gedanken auf seine eigene spezielle Weise, und dann verschwindet er wieder. Wie meine Vorgänger habe ich den Vogel meiner Seele offenbart für jene, die schlafend sind. Jene der äußeren Welt werden hinsichtlich meiner Reden wie ertrinkende Menschen sein; doch die Menschen der inneren Welt, werden meine Geheimnisse verstehen. Vielleicht hat der Schlaf, der Dein Leben füllt, Dich ferngehalten von diesen Reden; aber wenn Du ihnen begegnest, wird Deine Seele erweckt durch das Geheimnis das sie offenbart."

 "Wenn Du möchtest, dass der Ozean Deiner Seele in einen Zustand einer heilsamen Bewegung verbleibt, musst Du sterben zu Deinem alten Leben, und dann die Stille wahren."

"Was ist der Zweck aller dieser Erzählungen für die Menschen, die mit Egoismus korrumpiert sind ? Was kann aus dem Herzen kommen, das mit Eitelkeit und Stolz eingenommen ist?"

"Das, was Du am meisten willst, weswegen Du umherläufst es zu finden, Löse Dich selbst, wie Liebende sich selbst lösen, und Du wirst es sein."

(* Fariduddin Attar 1136 - 1220)

Kabir (Hindi, कबीर, * 1440; † 1518)

Kabîr, der ein einfacher Weber war, gilt in Indien als einer der größten Dichter. In Indien ist er vielleicht der meist zitierte Autor zusammen mit Tulsidas. 

Textauszüge: 
Es kann nicht gesagt werden durch Worte des Mundes, es kann nicht beschrieben werden auf Papier. Es ist wie ein Stummer, der etwas Süßes schmeckt - wie könnte man das erklären ? 

Überall um ihn herum ist Musik und dort nimmt das Herz teil an der Freude des unendlichen Meeres.Tauche Du ein in diesen Ozean der Süße: Dann werden alle Fehler des Lebens fort fliehen. 

Entzückendes Wohlbehagen überall und der ganze Raum ist durchstrahlt von Licht. In dem Ozean der Offenbarung, welches das Licht der Liebe ist, werden Tag und Nacht als eins empfunden. Ewige Freude, kein Kummer, keine Qual! Dort habe ich die bis zum Rand gefüllte Freude gesehen, die Vollkommenheit der Freude; es ist dort kein Platz für Irrtum. Dort habe ich das Spiel des Universums erkannt; ich bin den Fehlern dieser Welt entflohen.Wenige sind der Menschen, welche dieses Ufer überqueren! 

TÄNZELND ins Ohr trompetet der Sklave dem Freien: "Du und Ich sind Eins".Vorm Schüler verneigt sich ergeben der Lehrer. Das ist ein Wunder - sonst keins.(*Kabir sagt) & (Die Lieder des Kabîr)



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~ Die Tür zur Befreiung ist sehr eng, enger als die Breite eines Senf Korns.Dein Verstand ist größer als ein Elefant, wie soll der da durch?

~ Es gibt einen Weg heraus aus dieser Welt der Täuschung:Erkenne die Seele,was es auch kostet.

~ Folge dem schmalen Pfad in der Mitte.Das ist der einzige Weg den Ozean zu überqueren. 

~ Lerne hundertmal täglich zu sterben,nicht nur einmal.


~ Sich in Grenzen bewegen: Mensch. Sich ohne Grenzen bewegen: Heiliger. Sowohl die Grenzen als auch das Grenzenlose hinter sich lassen - unergründliche Gedanken.

Salz ist nicht Wolle

Eines Tages wollte Nasrudin eine Eselsladung Salz zum Markt bringen und trieb den Esel durch den Fluß. Das Salz löste sich auf. Nasrudin war ärgerlich über den Verlust seiner Ladung, der Esel aber ausgelassen wegen der Erleichterung. Als er das nächste mal denselben Weg ging, hatte er eine Ladung Wolle. Nachdem der Esel den Fluß durchquert hatte, war die Wolle gänzlich durchweicht und sehr schwer. Der Esel schwankte unter der nassen Last.
„HA“ rief Nasrudin, „du hast dir wohl eingebildet, jedesmal so leicht davonzukommen, wenn du durchs Wasser gehst, nicht wahr!“

















~ Ich selbst ~

Ein Mönch sagte zu Nasrudin: "Ich bin innerlich so frei und losgelöst, daß ich nie an mich selbst denke, nur an andere." Nasrudin antwortete: "Ich bin so objektiv, daß ich mich betrachten kann, als wäre ich eine andere Person; daher kann ich es mir auch leisten, an mich selbst zu denken."

~ Eben darum  ~

Wenn die Menschen um etwas bitten, so gib es ihnen nie, ehe nicht mindestens ein Tag darüber hingegangen ist,"sagte der Mulla." Warum denn nicht? "Die Erfahrung lehrt, dass sie nur dann etwas schätzen, wenn sie die Gelegenheit gehabt haben, daran zu zweifeln, ob sie es bekommen oder nicht."

Es war einmal..

.. ein König, der die ganze Welt unter seinem Ring hielt. Er war von vielen Weisen umgeben, zu denen er eines Tages sprach: "Im Herzen einen Wunsch ich, seltsam, fand doch weiß ich nicht, wieso er dort entstand: Macht mir doch einen schönen Ring, daß jederzeit, wenn Kummer mich umfing',ich auf ihn blick und fröhlich werd, frei von dem Gram, dem grausamen; und wenn ich fröhlich bin und froh, voll Glück: des Ringes Anblick bringt' den Gram zurück!" «Die Weisen berieten sich lange und fertigten schließlich einen Ring, auf dem eingraviert war: "Auch dieses wird vorübergehen!"

* Fariduddin Attar, (1136 - 1220)

Kanu Kukur

Ich spüre die Nacht in mir aufkommen und schreibe sie in mein Tagebuch...



Ich bin genauso unwichtig wie jeder
Eine absolute Besonderheit
Meine Seele bebt, ist der Körper auch schläfrig
Immer sofort wenn die Sonne steigt
Ich komm nicht weit
Wenn ich mich weiterhin weiger im inneren Rhythmus
Dem äußeren Gegenstück näher zu kommen
Doch fehlt meiner Handlung der Rückschluss
Warum lass ich mein Glück Los?
Ich hatte es fest in der Hand
Längst schon erkannt doch lies es fallen und
Lief direkt in die Wand
Plötzlich verschwand jegliche Spur
Lebte ich nur in der Illusion
Es tatsächlich zu besitzen
Obwohl ich es täglich erfuhr
Man gebe mir Dur, denn mein Moll rollt über den roten Teppich
Seine Bekanntheit ist omnipräsent und seine Leibwächter groß und schrecklich
Das Leben ist so zerbrechlich
Und der Tod ist mächtig
Sein Sog erfasst mich
Zuerst nur oberflächlich

Doch mit jedem weiterem Atemzug
Geht die Tür zu dem Garten zu
Aus dem ich einst entsprang
Und ich höre nur wie der Rabe ruft
Sehe den Gegner
Kapituliere mit einem schwarzen Tuch
Spüre die Nacht in mir aufkommen
Und schreibe sie in mein Tagebuch...
Das allsehende Auge mit der Hornhautverkrümmung
In der Reflexion seines Blicks steckt der Dorn der Verstümmelung
Doch mein Ohr, der Ergründung
Lauscht dem Wort, der Verkündung
Dessen Zeilen mich geleiten an den Ort der Bestimmung
Ich laufe die Stufen hinab
Auf der Treppe des Wahnsinns
Geh tiefer und suche in der Nacht nach dem letzten Titanen
Schließe mit Blut einen Pakt zum Entsetzen der Ahnen
Und setze den Fuß in die Stadt
Vor der Texte mich warnten
Ich laufe durch leere Straßen
Es ist still, viel zu still
Drehe mich um und stehe direkt vor meinem Spiegelbild
Es weint und spricht besorgt fang an zu sehen
Statt von deinem Ziel zurück zum Anfang zu gehen

Und langsam entstehen Umrisse der Gestalten
Die mich seit meinem Abstieg, ohne mein Wissen begleiten
Sie nehmen Formen an
Entsetzliche Formen
Streichen mit Nesseln
Und fesseln mit Dornen
Verletzten mit Worten die unaussprechlich schienen
Ich bedecke die Ohren doch der Text liegt in ihnen
Wo sind meine Wächter
Wo sind meine schützenden Geister
Denn ich dreh durch
Werde langsam verrückt und begreif das
Leise spreche ich meinen Satz
“Tief in meinem inneren ist mein Lächeln ein Schatz”
Und selbst wenn man mich peinigt und in Ketten einfasst
Leidet meine Seele nur wenn ich das schlechte Reinlass
Umrisse eines Tores
Zeichnen sich ab
Ich sehe meine Verfolger an und
Zeig meine Kraft
Stechender Schmerz durch die Dornen doch ich merke
Nichts mehr und sehe nur noch das Tor in der Ferne
Spüre die Stiche nicht mehr
Meine Blicke sind leer
Ich warte auf den Wächter des Tores
Mit seinem vergifteten Speer
Er materialisiert sich...
Eindrucksvolle Erscheinung
Ein einziger Blick von ihm
Vertreibt meine Begleitung

Er spricht zu mir:

“Ich weiß warum du hier bist
Ich hoffe du bist gut vorbereitet
Denn du verlierst jetzt
Vieles von dem dachtest es sei ein Teil von dir
Doch das hat hier keine Bedeutung mehr
Das ist mein Revier”


“Stich endlich zu
Ich bin nicht zum Reden hier
Beförder das Gift ins Blut
Schenk mir die Einsicht und ich gebe dir
Alles was du als Preis verlangst
Sei es für alle Zeit verbannt
Die Hauptsache für mich ist
Ich habe das Sein erkannt...”

Funken der Liebe die das Innere erleuchten & das Licht das zur Quelle zurückführt..

DAS RUFEN - BAAL SCHEM TOV


Rabbi David Firkes, der Schweiger, der Schüler des Baalschem, wollte den Messias rufen. Er wollte aus seinem Willen einen Sturmwind machen, der sollte an der oberen Pforte rütteln, sollte eindringen und rufen und fassen und auf die Erde ziehen. Er band sein Leben los von allen Wesen und Mächten, kasteite sich und lebte in der Gelöstheit viele Tage und Nächte. Aber bald wurde er inne, dass er allein war. Er sollte für die Zeit sprechen, aber er vermochte es nicht. Er sollte ihre Reife künden, aber er nahm sie nicht wahr. Fern von ihm breiteten sich die Lager der Menschen.

Da fand Rabbi David, was ihm zu tun oblag. In jedem Jahr am Versöhnungstag wurde er berufen, das große Gebet vor der Gemeinde zu sprechen. Jetzt erst verstand er den Sinn davon. Er wusste, er Würde auf den Flügeln seines Wortes das Beten aller tragen, das Gebet der Gemeinde und das Gebet ganz Israels - denn ist nicht das Bethaus des Baalschem der Mittelpunkt der geistigen Erde? Und er beschloss, sein Wort auf das Volk zu schleudern wie ein gewaltiges Netz, dass alle Inbrunst von ihren engen Eigenzielen weg gehoben und dem Messias zugeführt werde. Binden wollte er die Seelen Israels zu einer ringenden Schar. Ja, er wollte für die Zeit sprechen. Alle Worte sollten in sein Wort fließen und in ihm empor strömen. Ja, er wollte die Reife der Zeit künden. Das Vielfache sollte zur Einheit verschmelzen, die keinen Mangel mehr kennt.

Der Versöhnungstag war da, und die Gemeinde versammelte sich zum Frühgebet. Wie Tote standen sie in den Totenkleidern und bereiteten sich, in das Auge der Ewigkeit zu blicken. Nur der Meister fehlte. Der Baalschem war sonst der erste im Bethaus, wie ein Torhüter Gottes. Heute säumte er, und die Schar der Seinen harrte sein voller Bangigkeit, denn sie wussten, dass alles, was er tat, aus dem heimlichen Geschehen der Welt seinen Sinn nahm. Als der Morgen sich schon zum Tag aufhellte, trat der Baalschem leise und fast zögernd ein. Er ging an den Versammelten vorbei und sah keinen an, ging an seinen Ort, setzte sich und legte den Kopf auf das Betpult. Jene standen, sahen auf ihn und wagten nicht mit dem Beten zu beginnen. Er aber hob den Kopf nach einer Weile, und seine Augen blinzelten wie eines, der sich müht, in die Sonne zu sehen, dann senkte er ihn und hob ihn Wieder, und das währte eine Zeit. Danach dehnte er sich wie ein Erwachender, der einen umklammernden Traum von den Gliedern abtun will, und winkte, man solle sich zum Frühgebet stellen. Aber als dieses gesprochen war und die Gemeinde sich geweihten Herzens zu dem großen Gebet rüstete, Welches das Mussaf genannt wird, sah der Meister sich im Kreis um und sah sie stehen, eine große Schar, stumm, im Gewand des Todes, bereit zum Sterben wie zum Leben. 

Und leis, Wort von Wort gezogen, wie aus der Tiefe des Sterbens, sprach er zu denen, die um ihn standen: „Wer wird Mussaf vorbeten?“ Und so fast unhörbar die Rede war, im gleichen Augenblick war ein Staunen entzündet in der Gemeinde und breitete sich still durch den stillen Raum. Denn alle wussten, dies war Rabbi Davids Amt, er war vom Meister seit manchem Jahr eingesetzt als Gottes Diener im lauten und tragenden Sprechen des hohen Mussaf am Tage der Versöhnung. Aus all den zitternden Herzen und von all den flüsternden Lippen sollte er die Wünsche und die Bitten empor tragen, von der Scheu der Herzen und Lippen gelöst. Keiner jedoch wagte, dem Heiligen zu antworten. Er fragte wieder und wieder, bis einer leise und mit Zagen sprach: "Rabbi David ist doch der Beter!“ Da richtete sich der Baalschem auf und wendete sich zur Lade, vor der Rabbi David unirdisch bleich und wie abgestorben stand, und redete zu ihm in gewaltigem Hohn: „Du, David, willst Mussaf vorbeten? Weißt nichts und willst Mussaf vorbeten am Jomhakippurim?“ Da standen sie alle bestürzt, denn sie verstanden nicht, was sich ereignete, und jeder fragte sich, wie es möglich sei, dass der Meister dergestalt einen Menschen schmähe, und gar einen Zaddik, und gar am Tag der Versöhnung. Allein die Furcht War groß, und niemand sprach ein Wort. 

Rabbi David aber stand noch starr und aufgereckt vor der Lade, und ihm war, als trüge ihn ein Wirbelsturm durch die Nacht, Fäuste hoben sich aus dem Wirbel und schlugen ihn, und eisige Krallen rissen seine Seele hervor und warfen sie in die Nacht. So stand er verloren in leerem Raum und wurde keiner Zeit gewahr. Urplötzlich aber Wich der Wirbel, er fand sich vor der Lade stehen und hörte ein Wort des Baalschem zu sich herübertönen. Der Baalschem redete mit leichter Stimme: "Ist keiner da, vorzubeten, nun, so geh schon du, Rabbi David! Da stürzten Rabbi David die Tränen hervor, er weinte und weinte, und begann aus dem Weinen zu beten und betete in großem Weinen, und sein brechendes Herz sandte ihm Tränen und immer neue Tränen. Die Tränen nahmen in ihrem Strom seine Bereitschaft mit und seinen großen Willen, sie trugen mit sich davon die Kawwana seines Geistes, die Frucht der Tage und Nächte, die Spannung des Unendlichen. Nichts fühlte und wusste er mehr als das Leid seines Herzens, und aus seinem Herzeleid redete er zu Gott und betete und weinte. Und an seinem Leid entbrannte das Leid der Gemeinde und schlug empor. Wer eine Decke gebreitet hatte über die Fehle seines Lebens, der zog sie nun weg und wies Gott seine Wunden wie einem Arzt. Wer eine Mauer errichtet hatte zwischen sich und den Menschen, der riss sie nieder und litt den Schmerz der andern in seinem Schmerz mit. Und Wem die Brust schwer war, weil er in ihr das Wort nicht finden konnte, das hin dringt zum Kern der Geschicke, der fand es nun und atmete in Freiheit.

Aber als das Fest sich geneigt hatte und die letzten Feiertöne der Neila in den Abend verbraust waren, trat Rabbi David vor den Baalschem hin. Wie er so vor ihm stand, ohne ihn anblicken zu können, und das gütige Angesicht nahe dem seinen nicht sah, nur fühlte, vermochte er sich nicht länger zu halten, sondern sank davor nieder und lag eine Weile stumm und ringend da. Endlich erhob er den Blick und sprach mühevoll: "Rabbi, welche Schuld hast du an mir erschaut?" Hinter ihm hatte sich die Gemeinde geschart, und alle harrten der Worte des Meisters; mit Augen, die das Gebet geläutert und befriedet hatte, sahen sie auf seinen Mund. Der Baalschem sprach: "Keine Schuld finde ich an dir, Rabbi." Er legte ihm die Hände auf die Schultern, neigte sich zu ihm wie ein Vater, der seinen Sohn segnet, und sprach zum andern Mal: "Keine Schuld finde ich an dir" Und als des andern traurig wartender Blick zu ihm aufflog, sprach er weiter: "O Rabbi David, du hast dich bereitet und geheiligt und hast im Feuer der Kasteiung deinen Leib gebadet und hast deine Seele gespannt wie eine Bogensehne der Kawwana, um den Messias zu rufen." Er hielt inne, jener beugte die Stirn, und der Baalschem sprach Weiter: "O Rabbi David, du wolltest dein Wort wie ein Netz schleudern auf das Volk Israel und alle Willen dir dienstbar machen, um den Messias zu rufen." Tiefer beugte jener die Stirn, und der Baalschem sprach Weiter: "O Rabbi David, vermeinst du, deine Gewalt könne das Unfassbare fassen? Und dränge sie auch vor bis zum innersten Himmel und umfinge den Thron des Messias, vermeinst du, du hieltest ihn, wie meine Hand deine Schulter greift? Über die Sonnen, über die Erden wandelt Messias in tausend und tausend Gestalten, und die Sonnen und die Erden reifen ihm entgegen. In seiner obern Form gesammelt, zerstreut in unsägliche Weite, hütet er allerorten das Wachsen der Seele, hebt er aus allen Tiefen die gefallenen Funken Täglich stirbt er die stillen Tode, täglich keimt er in stillen Geburten, täglich steigt er empor und nieder. Wem einst die Seele schlank und vollendet mit reinen Sohlen den reinen Boden tritt, dann wird seine Stunde in seinem Herzen auf pochen, dann wird er sich aus allen Erscheinungen ziehen und wird sitzen auf dem Thron, Herr der Himmelflammen, die aufgeloht sind aus den erlösten Funken, und wird niedersteigen und kommen und leben, und er wird der Seele sein Reich schenken." Und weiter sprach der Baalschem: "Du aber, Rabbi David, was hast du getan! Du wolltest dich mit der Gemeinde Israels in die Nacht Werfen um des Morgens willen. Aber kennst du den Herrn der Nacht? Wisse, immer ist einer, der die Zeit befragt, und einer, der aus der Zeit antwortet. Einer, der geben Will, und einer, der die Annahme weigert. Dies ist der Herr der Nacht, dazu eingesetzt, den Mangel der Zeit zu künden. Als er sah, dass du dich bereitetest und heiligtest, Wuchs eine große Freude in ihm auf, und er gedachte in deinem Gebet das Gebet Israels einzufangen und sich ein Spiel daraus zu machen. 

Er lauerte deinem Gebet auf dem Weg auf, es einzufangen. Ich stritt mit ihm an diesem Morgen, ihn zu verjagen, aber ich übermochte ihn nicht. Da schlug ich deine Seele mit Beschämung, dass sie ihren Willen aufgab und in Tränen verströmte. Dein Gebet stieg auf inmitten der Gebete Israels, frei empor zu Gott.“ Da beugte sich die Stirn des Rabbi David völlig in Boden. Aber der Baalschem hob ihn auf, zog ihn zu sich heran und sprach: "Als das Weinen über dich kam, ist an deinem Leide das Leid Israels entbrannt. Jeder stand im Läuterfeuer seines Herzeileids vor Gott, jeder wurde rein im Strom seiner Tränen. Wie viele gefallene Funken hast du da emporgehoben!"

Die Weisheit des Brahmanen

Herr, deine Welt ist schön,
Herr, deine Welt ist gut.
Gib mir nur hellen Sinn,
gib mir nur frohen Mut !
Ich fühle, dass ich bin,
ich fühle, dass Du bist,
und dass mein Sein von Dir
ein sel’ger Abglanz ist.
Die Welt beseeligst du,
beseeligst Dich in ihr,
sollt ich nicht selig sein,
Allseliger in Dir ?

* Friedrich Rückert  (1788  -  1866)  
aus: “Die Weisheit des Brahmanen”

Alles kommt zu dir zurück :-)


Umarmungen

Als ich immer höhere Gipfel Seiner Freuden erklomm, da fragte ich mich, ob es denn keine Grenze Seiner Seligkeit gäbe, und mir wurde fast bang vor den Umarmungen Gottes.

* Sri Aurobindo

Um Deinetwillen...

Um Deinetwillen eile ich über Land und Wasser:
Um Deinetwillen überquere ich die Wüste,
spalte den Berg entzwei und wende mein Gesicht ab von allem,
bis ich den Ort erreiche, wo ich mit Dir allein bin.

* Halladsch

Erkenntnis

„Das größte Hindernis für Erkenntnis ist nicht die Unwissenheit – es ist die Illusion von Wissen.“ *Daniel Boorstin

Wegweiser

Ein Wegweiser hat insofern keinen Wert, als es wenig Sinn hat, ewig dazustehen und ihn zu lesen. * Jiddu Krishnamurti (1895-1986)